Feuerwehren kämpfen mit hartem Auto-Stahl

Für Ralph Stühling, Kreisbrandinspektor des Landkreis Darmstadt-Dieburg, hat die ganze Sache zwei Gesichter. So werden die Autos aller Klassen immer sicherer, und die Zahl der Verkehrstoten geht glücklicherweise zurück.

Allerdings könnten die Feuerwehren mit der technischen Entwicklung bei den verwendeten Materialien in der Auto-Industrie â?? wie hochfestem Stahl â?? oft nicht mit ihren Rettungswerkzeugen mithalten. Das kann im Ernstfall wertvolle Minuten kosten. Deshalb fordert er ausreichend Geldmittel, um modernes Gerät anschaffen zu können und mehr Informationen von den Autobauern. Hinzu kommt die ständige Weiterbildung der überwiegend ehrenamtlichen Hilfskräfte. "Oft gibt es kleine Kniffe mit großer Wirkung", sagt Stühling. Hilfreich sei es, wenn seine Leute auch an aktuellen Modellen üben könnten.Auf eine gute Zusammenarbeit mit den Autoherstellern kann Offenbachs Feuerwehr-Chef Uwe Sauer bauen. Dank guten Kontakten zu Honda und Opel konnten schon öfters neuwertige Karossen "fachgerecht zerlegt" werden, berichtet Sauer. Auch Führerhäuser von Lastern standen schon für Übungen zur Verfügung. Schätzungsweise zehn Mal im Jahr müssten die Offenbacher Feuerwehren Unfallopfer mit der Rettungsschere befreien.Die Problematik mit den immer härter werdenden Materialien im Autobau ist auch Ralf Ackermann, Kreisbrandinspektor für den Kreis Offenbach, bekannt. Und es wird darauf reagiert. Die Wehren, die in ihrem Einsatzgebiet Autobahnen und Schnellstraßen haben, sind mit Gerätschaften ausgerüstet, die auch mit hochfestem Stahl fertig würden.Es ist nicht nur die Weiterentwicklung in der Auto-Industrie, die die Feuerwehren vor neue Herausforderungen stellt. Als Beispiel nennt Stühling die energetische Wärmedämmung an vielen Häusern. Das spart Heizkosten und schont die Umwelt. Die bei einem Brand entstehende Hitze könnte aber auch nicht entweichen und den Schaden vergröß

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