Stadt bietet Übergangswohnung an

Fast-Obdachlose schöpfen Hoffnung

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Beate Bollmann (Zweite von links) und ihre vier Kinder wollen endlich eine dauerhafte Wohnung, in der sie bleiben können.

Nach dem EXTRA TIPP-Artikel über Familie Bollmann, die von der Stadt Frankfurt an eine Unterkunft für Obdachlose verwiesen worden ist, kommt nun Bewegung in die Sache. Während das Wohnungsamt hart bleibt, sucht man im Sozialdezernat lieber nach Lösungen. Von Christian Reinartz

Region Rhein-Main –  Nach dem EXTRA TIPP-Artikel über Familie Bollmann, die von der Stadt Frankfurt an eine Unterkunft für Obdachlose verwiesen worden ist, kommt nun Bewegung in die Sache. Während das Wohnungsamt hart bleibt, sucht man im Sozialdezernat lieber nach Lösungen.

Und das offenbar erfolgreich. Denn zumindest an den Mitarbeitern von Stadträtin Daniela Birkenfeld ist das Schicksal von Beate Bollmann und ihren vier kleinen Kindern, die vor der Obdachlosigkeit stehen, nicht spurlos vorübergegangen. Schon in der vergangenen Woche hatte Robert Standhaft, Büroleiter der Stadträtin, angekündigt, man werde der Frau im Ernstfall eine angemessene Unterkunft besorgen.

Und er hat seinen Worten offenbar Taten folgen lassen. „Wir haben eine Vier-Zimmer-Wohnung für Frau Bollmann, in der sie zumindest ein Jahr wohnen kann“, sagt Standhaft. Die Wohnung stehe im Moment leer, weil sie im Zuge einer großangelegten Haussanierung, die in einem Jahr beginnt, schon nicht mehr bewohnt werde.

"Mir ist ein Stein vom Herzen gefallen"

„Als ich das gehört habe, ist mir erstmal ein Stein vom Herzen gefallen“, sagt Beate Bollmann. „Jetzt muss ich mit meinen Kindern nicht in eine Massenunterkunft für Obdachlose und kriege in dieser Zeit vielleicht eine Wohnung, in der wir dauerhaft unterkommen können.“ Auch von Seiten der EXTRA TIPP-Leser kamen Hilfsangebote für die Familie.

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Unter anderem von Rentnerin Ursula Geschawicz. Sie bewohnt alleine eine fast 90 Quadratmeter große geförderte Vier-Zimmer-Wohnung in Rödelheim und versucht seit einem Jahr verzweifelt eine kleinere Bleibe in Heddernheim oder in der Römerstadt vom Wohnungsamt zu bekommen. „Aber die bieten mir immer nur welche in ganz anderen Stadtteilen an“, sagt Geschawicz. „Dabei könnte Frau Bollmann doch sofort mit ihren Kindern hier einziehen, wenn die für mich eine kleinere Wohnung finden. Das kann doch nicht so schwer sein.“

Wohnungsamt dämpft Erwartungen

Beim Wohnungsamt hingegen dämpft Mark Gellert, Referent von Bürgermeister Olaf Cunitz, die Erwartungen. „Selbst wenn die Wohnung frei werden sollte, würde man sie einer Familie zuweisen, die sie dringend benötigt.“ Ob das Familie Bollmann sein würde, wollte er nicht beantworten, sagte jedoch: „Wir sehen nicht ein, dass Frau Bollmann jetzt besonders schnell eine Wohnung bekommt.“ Schließlich gebe es auch noch andere Bedürftige. Offenbar geht man im Wohnungsamt davon aus, dass es noch andere Familien gibt, die in einer ähnliche schlimmen Zwangslage wie die Bollmanns stecken. Auf Nachfrage muss Gellert zugeben: „Wir wissen es nicht. Aber wir vermuten es.“

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