So erkennen Sie die schwarzen Schafe!

Falsche Spendensammler nutzen Vorweihnachtszeit 

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Spendensammler sind vor Weihnachten vermehrt unterwegs – unter ihnen auch schwarze Schafe, die die Hilfsbereitschaft ausnutzen.

Region Rhein-Main – Vor Weihnachten steigt die Hilfsbereitschaft und auch die Geldbörse wird für Spenden gerne gezückt. Doch Trickbetrüger nutzen genau das aus. Von Angelika Pöppel

„Emotionen werden ausgenutzt, wo es nur geht“, sagt André Sturmeit, Pressesprecher der Frankfurter Polizei. Gerade in der Vorweihnachtszeit.

So auch geschehen am vergangenen Samstag in Bad Homburg: Ein 57-jähriger Mann aus Rosbach, spendete in der Fußgängerzone einer jungen Frau zehn Euro. Diese bedankte sich mit einer Umarmung. Danach fehlten ihm 450 Euro aus seinem Portemonnaie.

In Friedrichsdorf spendete eine 84-Jährige angeblich für „notleidende Kinder“ und nach der dankenden Umarmung war sie 250 Euro los.

Falsche Spendensammler bedienen sich bei ihrer Abzocke auch großer Namen: Sie behaupten beispielsweise für das Rote Kreuz, den ADAC oder andere namhafte Hilfsorganisationen zu sammeln. Auf der Frankfurter Zeil erwartet Sturmeit zur Weihnachtszeit mehr Bettler und darunter auch falsche Spendensammler. „Gute Deutschkenntnisse sind aber Voraussetzung für den Betrug.“

Abzocker setzen auf Mitleid und Hunde-Welpen

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Doch wie unterscheiden sich die schwarzen Schafe von ihren ehrlichen Kollegen? Auf den Einkaufsmeilen der Region setzen Abzocker auf Mitleid. Mit süßen Welpen-Fotos auf der Spendendose versuchen sie an das Geld der Passanten zu kommen. Wenn nur der geringste Zweifel bestehe, solle man besser nicht spenden, rät Sturmeit. Auch wenn ehrliche Hilfsorganisationen darunter leiden. Doch diese weisen sich meist ungefragt aus. „Meist klingeln Betrüger auch direkt an der Haustür – natürlich bei älteren Menschen“, weiß Sturmeit. Aus seiner Zeit als Polizist weiß er auch selbst genau, wie leichtsinnig Menschen die Tür öffnen, ohne nachzuschauen. „Grundsätzlich sollte man keinen Unbekannten in das Haus lassen.“

Das gilt selbst dann, wenn vermeintliche Mainova-Mitarbeiter, der Hausmeister oder Wasserinstallateure vor der Tür stehen. Denn auch dieser Trick ist ein Dauerbrenner. Ziel ist immer: In die Wohnung kommen. Sobald die Betrüger hereingebeten werden, wird das Opfer abgelenkt und ein anderer Täter nimmt Schmuck oder Bargeld mit.

Andreas Beese , Kriminalhauptkommissar im Hochtaunuskreis, befürchtet eine viel höhere Dunkelziffer beim Trickbetrug an der Haustür. Denn längst nicht alle Senioren bringen den Betrug auch zur Anzeige.

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