EXTRA TIPP-Leser streiten über rücksichtsloses Verhalten

Straßenschlacht ohne Ende: Weitere Zweirad-Unfälle

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Anfang Mai kam ein Motorradfahrer an der Wildhofkreuzung in Heusenstamm beim Zusammenstoß mit einem Auto ums Leben. Der Autofahrer übersah das Motorrad beim Abbiegen.

Region Rhein-Main – In der vergangenen Ausgabe berichtete der EXTRA TIPP über Zweiradunfälle und die Rücksichtslosigkeit mancher Autofahrer. Nun hat es schon wieder in der Region gekracht. Von Fabienne Seibel 

Für einen Fahrradfahrer aus Dreieich endete der Zusammenstoß mit einem Taxi am Dienstag sogar tödlich. Bislang ist nur klar, dass ein 66-jähriger Mann mit seinem Rad auf der L3262 auf dem Seitenstreifen unterwegs war, ein Auto an sich vorbeifahren ließ und dann vermutlich auf die andere Straßenseite wechseln wollte. Er scherte aus und ein Taxi erfasste ihn. Der Mann verstarb noch an der Unfallstelle. Schon am Freitag vor einer Woche krachte es gleich zweimal. Am Untermainkai kam es zwischen einem Motorrad und einem Auto zum Frontalzusammenstoß, bei dem der Motorradfahrer leicht verletzt wurde. Weniger Glück hatte am Abend ein 39-jähriger Rollerfahrer. Dieser erlitt bei einem Auffahrunfall auf der Bockenheimer Landstraße Verletzungen an der Wirbelsäule und wurde in ein Krankenhaus gebracht. Auch im Frankfurter Gutleutviertel wurde ein Rollerfahrer am Montag schwer verletzt und schwebte kurze Zeit sogar in Lebensgefahr.

Auf den EXTRA TIPP-Artikel „Freiwild auf zwei Rädern“ zum Thema Unfälle mit dem Motorrad, Roller oder Fahrrad reagierten die Leser unterschiedlich. Uwe Loorsch aus Frankfurt meint: „Als Autofahrer, der täglich viele Kilometer in Frankfurt fährt, habe ich bezüglich der Rollerfahrer eine ganz andere Erfahrung gemacht. Rollerfahrer halten sich nirgendwo an die Geschwindigkeitsbegrenzung. An Ampeln fahren die Roller vom Ende der wartenden Autos manchmal halsbrecherisch an den stehenden Autos vorbei in die erste Reihe.“

Meinungen gehen auseinander

Roland Huber aus Offenbach fährt selbst seit 33 Jahren Motorrad und stellt sich auf die Seite von Kleinkrafträdern und Co. Er erklärt: „Motorradfahren ist auf der einen Seite ein tolles Hobby ist aber für viele ein Verkehrsmittel. Und, Motorräder haben viele Vorteile. Sie benötigen weniger Verkehrsraum und Parkfläche, haben einen geringeren Verbrauch als ein Auto. Aber, liebe Autofahrer, habt Ihr eine Ahnung, wie heiß es im Stadtverkehr unter einem Helm ist und in der Schutzkleidung? Bitte lasst uns doch im Stau zwischendurch oder vorbei, denn wir haben keine Klimaanlage.“

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Alfred Diwisch aus Hanau bezieht zwar nicht so klar Stellung, plädiert jedoch für mehr Toleranz untereinander: „Fakt ist doch, dass generell mehr Rücksichtnahme von allen Verkehrsteilnehmern gefordert werden muss, egal ob vom Auto-, Motorrad-, Fahrradfahrer oder auch vom Fußgänger. Sicher gibt es Autofahrer die aggressiv fahren, aber genauso verhalten sich auch einige Motorrad- und andere Zweiradfahrer.“

Um zu vermeiden, dass man übersehen wird, wenn man auf zwei Rädern unterwegs ist, schlägt der der Hanauer Alfred Diwisch vor: „Bei der Gruppe von Verkehrsteilnehmern, die auf zwei Rädern unterwegs sind, sollte generell eine auffällige Kleidung vorgeschrieben sein, einfach um besser erkannt zu werden und um das Unfallrisiko zu minimieren. Gemeinsam geht’s besser: Rechtsfahrgebot, Benutzung von Fahrwegen (Fahrradfahrer) und Einhaltung der Verkehrsvorschriften.“ Auch Roland Huber wendet sich mit einem Tipp an die Autofahrer: „Die Spiegel im Auto sind nützlich aber dreht beim Spurwechsel, wie in der Fahrschule einst gelernt, mal den Kopf. Warum? Na, da könnte ein Zweirad sein!“

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