EXTRA TIPP hilft Krebs-Patientin

+
Gerlinde Donecker mit Briefen des Fitness-Studios.
  • schließen

Offenbach – An Sport kann sie zurzeit nicht mal denken, denn Gerlinde Donecker leidet an Krebs. Eigentlich müsste sie sich schonen, doch ein Vertragsirrtum verfolgt die Offenbacherin bis ans Krankenhausbett. Von Mareike Palmy

Das No.1 Fitness-Studio in der Strahlenberger Straße heißt nun FitPur Fitness Club .

Die Diagnose Krebs traf Gerlinde Donecker wie ein Blitz. Als die bösartigen Tumore nach 17 Jahren erneut in ihr Leben traten, musste die aktive Seniorin fünf Gänge zurückschalten. Statt Theater, Sport und die Enkelin bestimmen jetzt Krankenhäuser, Chemotherapie und Reha ihr Leben.

„Meinen Vertrag mit dem Fitness-Studio habe ich deshalb in die Ruhephase umstellen lassen“, sagt Gerlinde Donecker. Wegen ihres Rückens hatte sich die 71-Jährige schon 2010 bei „No.1 Fitness“ in der Strahlenberger Straße angemeldet. Bis sich ihr Gesundheitszustand rapide verschlechterte, trainierte Donecker noch einmal wöchentlich in der Offenbacher Muckibude. Mit dem Studiobetreiber vereinbarte sie schriftlich eine Pause. Die monatliche Studiogebühr von 19,90 Euro wurde ebenfalls eingestellt.

Über eine „Freundliche Zahlungsaufforderung“ in ihrem Briefkasten wunderte sie sich daher umso mehr, als sie aus der Klinik kam. 34,39 Euro forderte das Fitness-Studio FitPur mit Sitz in der Strahlenberger Straße von der kranken Donecker. „Diese Angelegenheit macht mich fertig, schließlich habe ich gar keinen Vertrag mit denen abgeschlossen und dort nie trainiert“, sagt die ehemalige Souffleuse.

Mit den Nerven am Ende kündigte sie schließlich im November ihren Vertrag mit No.1 Fitness. Die Mahnungen kamen trotzdem.

Denn während Gerlinde Donecker im Krankenhaus lag, hatte sich der Betreiber geändert. Aus No.1 Fitness wurde kürzlich der FitPur Fitness Club. Und mit den Trainingsräumen wurden auch die Verträge der Mitglieder von No.1 Fitness übernommen. „Das wurde mir vorab nicht mitgeteilt, dass sich da was ändert und warum ich jetzt zahlen soll, obwohl ich quasi vertraglich ‚stillgelegt‘ war, versteh‘ und akzeptier‘ ich nicht“, so Donecker.

Als sich der EXTRA TIPP in die Angelegenheit einschaltet, kommt plötzlich Licht ins Dunkle: „Da liegt wohl ein Irrtum vor. Die Vertrags-Ruhephase von Frau Donecker wurde nicht in dem von uns übernommenen Computersystem eingetragen. Davon wussten wir nichts. Nach ihrer Kündigung im November war da noch der offene Monatsbetrag, der rechtmäßig eingefordert wurde. Die Mahnungen kann Frau Donecker natürlich als hinfällig ansehen“, klärt der neue Geschäftsführer Thomas Seiler auf.

Mehr zum Thema

Mareike Palmy

Kommentare