Putzfrauen-Skandal weitet sich aus

Frankfurt – Der Skandal um die Ausbeutung von Putzfrauen in einem Frankfurter Vier-Sterne-Hotel (der EXTRA TIPP berichtete, nachzulesen im Internet unter www.extratipp.com) beschäftigt jetzt auch das Frankfurter Arbeitsgericht. Von Norman Körtge

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Die beiden Vertreter der Frankfurter Gebäudereinigungsfirma A. geben auch vor Gericht kein rühmliches Bild ab, wie Lars Dieckmann von der Gewerkschaft IG BAU berichtet. Sie würden jenen Wahid B., der sich als Objektleiter für die Firma bezeichnete und die Putzfrauen mit den Gehaltszahlungen immer wieder vertröstete – oder ihnen Teilbeträge in Umschlägen übergab –, gar nicht kennen. Erst auf den Einwand einer der im Gericht anwesenden Putzfrauen, sie habe doch die drei schon zusammen eben in jenem Hotel im Frankfurter Gallus gesehen, ermahnte der Richter die Firmen-Vertreter, die Wahrheit vor Gericht zu sagen. Erst dann wollten sich die beiden an Wahid B. erinnern und unter fadenscheinigen Argumenten fiel schließlich auch dieses Lügengebäude zusammen.

Kein Wunder, dass die Güteverhandlung vor dem Arbeitsgericht Frankfurt zu keinem Ergebnis kam. So wird eine Kammerverhandlung – wahrscheinlich Mitte Oktober – über die ausstehenden Gehälter urteilen müssen. Dabei geht es um etwa 3000 Euro, die zwei ehemals angestellte Frauen einfordern.

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