Eppenhainer wollen ihre Doppelspitze zurück

+
Auf dem Atzelberg bei Kelk heim-Eppenhain ragt seit 2008 nur der Fernmeldeturm in die Höhe. Hinweisschilder weisen aber auch noch den Weg zum abgebrannten Aussichtsturm.

Kelkheim – Seit Sommer 2008 hat der Atzelberg bei Eppenhain nur noch eine Spitze – die des Fernmeldeturms. Denn der hölzerne Aussichtsturm brannte am Morgen des 5. August ab. Ein Wiederaufbau scheiterte bislang. Viele Eppenhainer wünschen sich ihre Doppelspitze aber zurück. Von Norman Körtge

Nur noch das Fundament erinnert an den abgebrannten Aussichtsturm.

Die Vorfreude ist der Katerstimmung gewichen. Eigentlich wollten die Eppenhainer im September die Einweihung ihres neuen Atzelbergturms feiern – doch daraus wurde nichts. Denn der sollte rund 420.000 Euro kosten, die Versicherung für den abgebrannten Turm aber nur 220.000 Euro zahlen. Zirka 200.000 Euro hätte also die Stadt Kelkheim aufbringen müssen. Ein Betrag, den Bürgermeister Thomas Horn angesichts leerer Kassen nicht verantworten kann.

Der Frust bei vielen Eppenhainer sitzt deshalb tief – auch deshalb, weil sie in der Hoffnung in diesem Jahr eine Turmeinweihungsparty feiern zu können, ihr beliebtes Atzelbergfest, haben ausfallen lassen müssen. „Das tut schon weh, weil uns dadurch auch Einnahmen verloren gegangen sind“, berichtet Vereinsring-Vorsitzender Kai Grollmus. Ihm ist bewusst, dass die Stadt kein Geld ausgeben kann, was sie nicht hat. Aber dass das Angebot des Mobilfunkanbieters O2 ausgeschlagen worden ist, einen neuen Aussichtsturm samt Mobilfunkantenne auf eigene Kosten zu bauen, ist für ihn nach wie vor nicht nachvollziehbar: „Da gab es Proteste wegen der Strahlung und es wurden Unterschriften gesammelt“, erinnert er sich. Dabei stehe fast direkt daneben ein mit Antennen bestückter Fernmeldeturm. Wie auch Beatrice Schweitzer vom Taunusclub Eppenhain glaubt er, dass es nur ein kleiner Teil der Ortsbewohner war, die damals lautstark protestierten und schon gar nicht „die Eppenhainer“, wie überall gesagt worden sei. Dass O2 seine Antennen dann auf dem benachbarten Funkturm montierte, bestätigte ein Sprecher des Mobilfunkunternehmens dem EXTRA TIPP.

Neue Ausschreibung soll Kosten senken 

Wage Hoffnung haben die beiden Eppenhainer in die Aussage von Bürgermeister Horn, dass mit einer neuen Ausschreibung mit reduziertem Leistungsumfang die Kosten gesenkt werden können: „Wenn die Sachverständigen der Versicherung argumentieren, dass der Turm für 220.000 Euro errichtet werden kann, dann müssen wir alles tun, dass dies auch möglich wird.“ Martin Stephan, Leiter des Kelkheimer Hochbauamtes, und seine Mitarbeiter versuchen das zu realisieren. Zu den Überlegungen gehöre es, anstatt Lärchenholz Fichte für den Turm zu verwenden. Bis Ende des Jahres möchte Stephan die Ausschreibung fertig haben, um sie dann veröffentlichen zu können. Es seien viele Schritte, die die Verwaltung einhalten muss. Deshalb bittet der Hochbauamtsleiter um Geduld. Schließlich gehe es auch um Steuergelder.

Die Geduld jedoch neigt sich bei Eppenhainern wie Kai Grollmus und Beatrice Schweitzer aber langsam dem Ende entgegen. „Bis Ende des Jahres halten wir die Füße noch still“, sagt Schweitzer. Wenn bis dahin nichts passiert sei, wollen sie aktiver für ihren Atzelbergturm streiten.

 Fotos (3): nkö

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare