Entega lässt Bettlägerige im Stich

Diese Woche hat Reinhilde Hellmuth endlich Gehör gefunden. Und es kommt Licht ins Chaos. Angefangen hat nach Meinung von Entega-Sprecher Klaus Ackermann alles mit dem Einzug eines neuen Mieters in das behindertengerechte Haus in Münster. Das war Ende 2006.

Da müssen von Seiten des neuen Bewohners Zählernummer und Zählerstand verwechselt worden sein. Auf jeden Fall bekam Hellmuth, die bis dahin nie Probleme mit der Entega hatte, im Januar 2007 eine so genannte Schlussrechnung. Die 56-Jährige interpretierte dies jedoch als Jahresabschlussrechnung. Aber es war das Vertragsende. "Da sich der neue Mieter mit der Zählernummer angemeldet hatte, sind wir davon ausgegangen, dass Frau Hellmuth ausgezogen ist", berichtet Ackermann. Da die heute 56-Jährige weiterhin Strom bekam, merkte sie nichts. Auch nicht, dass von ihrem Konto nicht mehr die Abschlagszahlungen abgebucht wurden.

 

Kein Wunder: Mehrmals lag sie im vergangenen Jahr im Krankenhaus, hatte ganz andere Sorgen.Dass die Entega nichts mehr von ihrem Konto abbuchte merkte sie erst in diesem Februar, als sie von der Entega ein Willkommensschreiben bekam: Lieferbeginn war der 25. Dezember 2007. Der angegebene Zählerstand war der selbe wie vor knapp einem Jahr. Demnach hätte Hellmuth ein Jahr lang keinen Strom verbraucht. Darüber war sie verwundert, teilte der Entega den richtigen, aktuellen Zählerstand mit und hoffte auf Klärung. Doch sie hat nicht mit dem automatisierten Prozess der Entega gerechnet. Denn dort schrillten keineswegs die Alarmglocken wegen der stark abweichenden Zählerstände. Stattdessen wurde der komplette Jahresverbrauch 2007 einem falschen Zeitraum und damit einem falschen Strompreis zugeordnet. Dagegen legte Hellmuth zu Recht Widerspruch ein, forderte eine korrigierte Abrechnung. Doch der blieb ungehört â?? stattdessen kamen Mahnungen. Die Eskalationsspirale drehte sich weiter. Erschwerend kam hinzu, dass Hellmuth wegen eines missglückten Telefonanbieterwechsels telefonisch nicht zu erreichen war. Aber auch das teilte sie der Entega schriftlich mit. Dann drohte der Stromanbieter mit Kappung der Leitung zum 13. Juni, Hellmuth antwortete mit einem Hausverbot. Sie war am Ende ihrer Kräfte.

Diese Woche schaltete sich der EXTRA TIPP ein, erklärte der Entega zunächst das Problem und innerhalb von noch nicht einmal 24 Stunden fanden erste klärende Gespräche statt. Die Ursache für das Chaos steht fest, die Mahngebühren werden erlassen, eine neue Rechnung soll erstellt werden.Reinhilde Hellmuth atmet auf. Ihr ist diese Woche ein Stein vom Herzen gefallen, sagt sie. In Zukunft wird sie mit der Entega keine Probleme mehr haben. Sie hat zum 1. Juni den Anbieter gewechselt.

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