Frankfurt

Ekel-Ecke Südbahnhof: Taubenfütterer schuld am Dreck

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Frankfurt – Der Südbahnhof ist der Dreh- und Angelpunkt Sachsenhausens. Viele Pendler nutzen ihn wie Dirk Henninger. Doch jeder Gang zur Arbeit ist von Ekel begleitet. Denn wenn er zum Bahnhof geht, kommt er am Taubenkot nicht vorbei. Schuld an dem Dreck sind die, die die Tiere füttern. Von Jennifer Dreher

Der Stabstelle Sauberes Frankfurt ist dieser Brennpunkt bekannt. „Dort findet sich wegen der zahlreichen Restaurants, der Marktstände und der Schule viel Nahrung für die Tauben, daher vermehren sie sich auch so stark“, berichtet Peter Postleb, Leiter der Stabstelle. Ein großes Problem ist die illegale Taubenfütterung. „Besonders ältere Damen füttern die Tauben und sind teilweise trotz Strafen unbelehrbar.“

Deutliche Worte für die Folgen der vermeintlich tierlieben Fütterer hat der Sachsenhäuser Dirk Henninger, der auf der Internetseite Frankfurt-Gestalten.de dazu aufruft, die Fütterung zu stoppen: „Das ist ekelhaft, unhygienisch, gesundheitsschädlich und unschön. Der Tauben-Kot türmt sich dort bereits ansatzweise! Und immerhin sind genau da, wo der Dreck hinfällt und liegt, auch Straßenbahn- und Bus-Haltestellen.“ Seit zwei Jahren beobachtet er Futterhaufen rund ums Bahnhofsgelände. Er ist Pendler und passiert zweimal am Tag den Südbahnhof.

Extrem eklig ist es an der Unterführung an der Mörfelder Landstraße

Besonders ekelig sieht es an der Haltestelle Schweizer-Straße/Südbahnhof unter der Brücke aus. Dort ziehen sich die Taubenkot-Spuren beinahe über den gesamten Gehweg. Diejenigen, die auf die Tram warten, können kaum ausweichen. Wer sich auf die kleine Bank setzen will, sollte stets den Blick nach oben richten. Denn darüber hausen die Tauben. Ihr Klo ist der Gehweg darunter.Doch Postleb und Henninger ist eins klar: Nicht die Tiere sind schuld, sondern die, die sie füttern. Die Lösung des Problems gestaltet sich schwierig. „Wenn die Tauben mit Vorrichtungen vertrieben werden, suchen sie sich in der direkten Umgebung eine neue Bleibe. Das Problem verschiebt sich“, prognostiziert Gudrun Stürmer vom Stadttaubenprojekt Frankfurt. Die Tierschützerin hat bereits eine Alternative – ein Taubenhaus. Ein solches gibt es an der Hauptwache. Und das funktioniere, so Postleb, sehr gut, wenn nicht eine beharrliche Taubenfütterin die Tiere immer wieder durch ihre Futterhaufen in die B-Ebene locken würde.

Standort verzweifelt gesucht

Eine Kotspur zieht sich über den Gehweg an der Haltestelle Südbahnhof/ Schweizer Straße.

„Im Taubenhaus lassen sich auch die Eier austauschen und so die Population eindämmen“, so Postleb. Sponsoren gäbe es zwar schon für ein Taubenhaus, aber einen Standort zu finden sei noch eine große Schwierigkeit. „Wir sind mit Binding und Ferrero im Gespräch, um eventuell dort einen Ort für das Taubenhaus zu bauen“, berichtet Stürmer. Wie schwer die Suche nach einem Standort ist, weiß auch Peter Postleb: „An der Hauptwache gab es ein Bürohaus, das ideal geeignet gewesen wäre. Doch in der letzten Planungsphase überwogen die Bedenken.“ Solange nach einem Standort und Sponsoren gesucht wird, ändert sich am Südbahnhof nichts und Pendler wie Dirk Henninger müssen weiter den Taubenkot ertragen.

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