Experten warnen vor einer Plage aus Übersee

   Ekel-Alarm: Bettwanzen  erobern die Region

Region Rhein-Main – Während in New York schon die ersten Geschäfte wegen einer Bettwanzen-Plage geschlossen werden, breiten sich die blutsaugenden Schädlinge nun offenbar auch rasend schnell in der Region aus. Das Fiese: Die Biester aus den USA sind mittlerweile gegen die meisten Chemikalien resistent. Schädlingsbekämpfer Gerhard Tiefel: „Es melden sich immer mehr Leute, die Bettwanzen haben.“ Von Christian Reinartz

Schuld ist der Flughafen. Durch die hohe Anzahl an Fluggästen, die in Frankfurt landen und übernachten, ist der Airport zum Einfallstor für die ekligen Blutsauger aus New York geworden. „Die Leute bringen die Bettwanzen in ihrem Gepäck mit nach Deutschland“, erklärt der Heusenstammer Schädlingsbekämpfer Gerhard Tiefel, der immer öfter gegen die Bettwanzen kämpft: „Hier vermehren sie sich dann ziemlich schnell.“

Bis zu 400 Eier legt ein einziges Bettwanzen-Weibchen auf einmal, weiß seine Nürnberger Kollegin Schädlingsbiologin Eva Scholl. Sie gilt als ausgewiesene Bettwanzen-Expertin und wird deswegen auch regelmäßig ins Rhein-Main-Gebiet gerufen. Da die Tiere relativ alt werden und bis zu eineinhalb Jahre ohne Nahrung überleben können, scheint das Drama vorprogrammiert. Scholl: „Wer nicht rechtzeitig professionelle Hilfe holt, bekommt die Wanzen nicht mehr aus der Wohnung.“

Denn die Biester sind hartnäckig. Nicht nur im Bett oder in Ritzen verstecken sich die Ekel-Wanzen. Sie suchen Schutz hinter Lichtschalterverkleidungen, in Kabelschächten und sogar in Steckdosen.

Ist es Nacht, werden die Krabbler aktiv und suchen nach frischem Blut. Angelockt von der Wärme der Menschen krabbeln sie blitzschnell auf ihre Opfer und saugen sich fest. Besonders gemein: Oft krabbeln die Bettwanzen an der Decke entlang und lassen sich auf ihre Opfer fallen. Am Morgen kriechen sie wieder zurück in ihre Verstecke. Was bleibt sind höllisch juckende Quaddeln auf der Haut der Gebissenen.

Unterdessen haben die Kammerjäger den amerikanischen Super-Wanzen nicht mehr viel entgegen zu setzen. Viele der Tiere erweisen sich nämlich als resistent gegen die üblichen Mittel. Dennoch bleibt, so Wanzen-Jäger Gerhard Tiefel, nur der Anruf beim Profi. „Wir nebeln die komplette Wohnung mit einem speziellen Mittel aus einer afrikanischen Chrysanthemenart, das in jede Ecke und Ritze dringt.“ Nach acht Stunden sei der Spuk in der Regel vorbei und die Wanzen tot. Doch auch Tiefel merkt, dass es oft schwierig ist, den Tieren den Garaus zu machen: „Manchmal überleben einzelne Tiere. Dann muss man das ganze wiederholen.“

Rainer Gsell, Vorsitzender des Deutschen Schädlingsbekämpferverbands in Essen bestätigt das: „Diese Wanzen aus Amerika sind extrem stark und widerstandsfähig. Gerade in Ballungsräumen wie dem Rhein-Main-Gebiet können sie sich explosionsartig vermehren.“

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