Für einen sicheren Schulweg fehlt in der Stadt Rodgau Geld

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Die Grundschüler befinden sich bei Rot noch teilweise auf der Straße.

Rodgau – Ein Schulweg soll sicher sein. Doch in Rodgau-Dudenhofen ist dies nicht der Fall. Wenn die Grundschulkinder die Ampel einer Hauptstraße überqueren, haben sie dafür nur acht Sekunden Zeit. Von Silke Gottaut

Ich habe Angst, dass wir mal überfahren werden“, sagt ein Erstklässler. Auch seine Mutter Heike Born hat Angst: „Wir sind sehr besorgt, da der Schulweg einfach nicht sicher genug ist. Deswegen gehe ich auch mit.“ Die Grünphase für die Kinder ist zu kurz. „Wenn die Ampel für die Fußgänger auf Rot springt, sind noch nicht alle Kinder sicher auf der anderen Straßenseite angekommen“, sagt Guido Scheller, Vater eines Erstklässlers und Ortsbeirat in Dudenhofen. „Einige Schüler befinden sich bei Rot noch mitten auf der Straße.

Zwischen 20 und 30 Erstklässer der Freiherr-vom-Stein-Schule treffen sich morgens am Ludwig-Erhard-Platz. Zusammen mit drei bis vier Eltern laufen sie dann im Pulk zur Schule. Auf ihrem Schulweg müssen sie über die Nieuwpoorter Straße, eine Hauptstraße, laufen. Und dort besteht aus Sicht der Eltern der Gefahrenpunkt.

Der Unterricht beginnt seit dem neuen Schuljahr für alle um acht Uhr. Das heißt, dass alle Schüler etwa zur selben Zeit sich auf den Schulweg machen und in der Gruppe die Straße mit der kurzen Ampelphase überqueren“, sagt Scheller. Er stellte am 17. August 2011 eine Anfrage an den Magistrat. Er bat um Prüfung, ob die Schülerampel für eine längere Grünphase geschaltet werden kann. „Des Weiteren fragte ich an, ob ein Gitter auf dem schmalen Bürgersteig angebracht werden kann. Denn bei einem so großen Pulk von Kindern, werden manchmal ein paar auf die Straße abgedrängt“.

In einer Antwort des Magistrats vom 20. Oktober heißt es: „Die Grünphase wurde bereits in der Vergangenheit vom zuständigen Tiefbauamt überprüft und für angemessen angesehen. Den Bürgersteig durch ein Drängelgitter weiter zu schmälern, erachten wir nicht als sinnvoll.“ Im Januar teilte der Magistrat noch mit, dass eine längere Grünphase nicht möglich sei. Denn die Schalttechnik der Ampel sei dafür zu alt. Eine Umrüstung koste knapp 9000 Euro. „Dieses Geld hat die Stadt Rodgau nicht“, sagt Scheller.

Der Freiherr-vom-Stein-Schule ist von dem Problem nichts bekannt: „Ich habe bis jetzt noch keine Beschwerden über die kurze Ampelschaltung gehört“, sagt Schulleiterin Ursula Eller. Die Eltern wollen nun durch eigenes Geld und Spenden die Sache selbst in die Hand nehmen. Und hoffen, dass die Schule, wenn sie sie über das Problem in Kenntnis gesetzt haben, sie dabei unterstützen wird.

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