Einbruchs-Flut überschwemmt den Taunus

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Weit über 100 Mal haben Einbrecher im Main-Taunus-Kreis allein im November zugeschlagen. Die Polizei rechnet damit, dass das nun bis zum Frühjahr so weitergeht.

Taunus – Ganovenbanden haben offenbar den Main-Taunus-Kreis ins Visier genommen. Die Bevölkerung wird gerade von einer Einbruchs-Flut überschwemmt. Währenddessen bleibt der benachbarte Hochtaunuskreis verschont. Schuld daran könnten die öffentlichen Verkehrsmittel sein. Von Christian Reinartz

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Einbruch: Sicherheitsmängel im Taunus

Weit über hundert Einbrüche allein im November hat die Polizei im Main-Taunus-Kreis verzeichnet. Und im Dezember hebeln die Gangster offenbar munter weiter. „Wir erleben gerade eine regelrechte Einbruchs-Flut“, sagt Polizeisprecher Andreas Beese. Betroffen sind vor allem freistehende Häuser mit hohen Hecken, aber auch Wohnungen mit uneinsichtigen Eingängen. Beese: „Die Täter spazieren durch die Ortschaften, haben einen Schraubenzieher in der Tasche und nutzen jede sich bietende Gelegenheit.“ Wer die Täter sind? Überregional agierende Einbrecher-Banden, die ganz gezielt bestimmte Gebiete ins Visier nehmen. „Wir habenhier halt viele gut situierte Einwohner“, sagt Beese. Das sei für die Banden ein gefundenes Fressen.

Den Tätern spielt dabei in die Hände, dass die Bevölkerung im Main-Taunus-Kreis sich offenbar zu sicher fühlt. Bei einem Rundgang durch die Gemeinden hatte die Polizei Anfang November zahlreiche offensichtliche Sicherheitsmängel wie offene Garagentore oder gekippte Fenster festgestellt. Damals wurden die Betroffenen im persönlichen Gespräch und per Flugblatt auf die drohende Gefahr aufmerksam gemacht. Die Diebe abgehalten hat das offensichtlich nicht.

Im Hochtaunuskreis herrscht Ruhe

Währenddessen herrscht im benachbarten Hochtaunuskreis weitestgehend Ruhe. „Sicherlich sind in diesem Jahr auch bei uns die Einbruchs-Zahlen höher als sonst“, sagt Sprecher Siegfried Schlott: „Aber so extrem wie im Main-Taunus-Kreis ist es bei uns bei weitem nicht.“

Der Grund dafür könnte, so Schlott, an der schlechteren Verkehrsanbindung liegen. „Das ist ein Erklärungsversuch, den wir haben“, sagt Schlott: „Denn oft kommen die Täter mit den Öffentlichen.“ Da sei der Hochtaunuskreis zu weit vom Raum Frankfurt entfernt. Zudem schaffe die ländlichere Bevölkerungsstruktur mit aufmerksamer Nachbarschaft vielleicht mehr Sicherheit, als im Main-Taunus-Kreis.

Aufatmen können die Menschen im Taunus noch lange nicht. Andreas Beese ist sicher: „Wir gehen davon aus, dass die Einbruchszahlen bis zum Frühjahr auf einem ähnlichen Niveau bleiben.“

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