Dreiste Masche: Firmen stellen Container auf Privatgrundstücke

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Dieser Altkleidercontainer an der Waldstraße ist illegal.

Offenbach – Plötzlich stand er da, der Altkleider-Container auf unserem Verlagsgelände an der Waldstraße in Offenbach. Abgestellt von einer Heusenstammer Recycling-Firma. Dahinter steckt offensichtlich eine dreiste Masche. Von Norman Körtge

„Der Fahrer muss sich beim Abstellplatz geirrt haben“, entschuldigt sich Frau Ercan, die sich unter der auf dem Container angegebenen Handynummer meldet. Sie selbst sei eine Verwandte des Firmeninhabers und nehme nur die Telefonanrufe entgegen. Allerdings wird sie gleich geschäftlich. Ob man nicht einen Vertrag abschließen könne?, fragt sie. Auf die Gegenfrage, ob es das normale Geschäftsgebahren der Firma sei, erst einen Container hinzustellen und dann zu fragen, schiebt sie alles wieder auf den Fahrer.

Der scheint sich allerdings relativ häufig mit dem Stellplatz zu vertun. Erst Anfang April stand in der angrenzenden Rowentastraße solch ein Altkleidercontainer auf dem Gelände einer anderen Firma. „Wir haben angerufen und gedroht, dass Ding mit einem Schneidbrenner zu zerlegen und dann dafür gutes Geld beim Altmetallhändler zu bekommen“, berichtet ein Mitarbeiter und lacht. Wenig später sei der Container dann abgeholt worden.

Dem Offenbacher Ordnungsamt ist das Vorgehen solcher Container-Firmen bekannt. Wie Alexander Rüsch berichtet, könne er allerdings nur tätig werden, wenn die Container auf öffentlichen Flächen stehen. Würden sie auf Privatgrundstücken abgestellt, müssten die Besitzer sich selbst darum kümmern und sich im Zweifelsfall die Mühe machen, privatrechtlich gegen die dubiosen Firmen vorzugehen.

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