An dieser Haltestelle lässt der Bus seine Fahrgäste stehen

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Wieder länger warten: Thomas Köhler hat es mittlerweile satt, dass manche Busse einfach an seiner Haltestelle vorbeifahren.

Neu-Isenburg – Frust an der Bushaltestelle Gewerbegebiet Ost: Dort werden in regelmäßigen Abständen die Fahrgäste einfach stehengelassen. Einige Betroffene haben sich jetzt an den EXTRA TIPP gewendet. Von Dirk Beutel

Feierabend. Jetzt aber nach Hause nach einem anstrengenden Arbeitstag. Ärgerlich nur, wenn der Bus Richtung Heimat einfach an einem vorbeifährt. Thomas Köhler ist das in den letzten zwei Jahren einfach zu häufig passiert: „Es kommt immer wieder vor, dass Busse einfach an der Haltestelle vorbeifahren und die Leute stehen lassen.“ Gemeint ist die Haltestelle inNeu-Isenburg, Gewerbegebiet Ost, die von der Linie 651 angefahren wird. Doch auch den umgekehrten Fall hat Köhler schon erlebt – als Fahrgast: „Morgens auf dem Weg zur Arbeit kam es schon des Öfteren vor, dass, obwohl ich den Haltknopf gedrückt hatte, der Bus einfach weitergefahren ist.“

Ähnliches hat auch Horst Sahm mehrfach erlebt: „Nicht nur das: Einige fahren wie gesenkte Säue“, sagt der 62-Jährige. Er arbeitet ebenfalls im Gewerbegebiet Ost und fährt jeden Tag mit dem Bus. Er beschwert sich nicht nur darüber, dass die Fahrer an der Bedarfshaltestelle einfach vorbeifahren: „Manchmal fährt überhaupt kein Bus“, sagt der gelernte Schriftsetzer aus Obertshausen. „Und wenn mal ein Bus die Haltestelle anfährt, heißt das noch lange nicht, dass er pünktlich ist.“ Weil die Vorfälle nicht permanent, sondern immer mal von Zeit zu Zeit passierten, kann und will Horst Sahm nicht alle Fahrer über einen Kamm scheren: „Es gibt Fahrer, die sind absolut korrekt. Aber es gibt bei dieser Linie auch schwarze Schafe.“

Unpünktlichkeit, ruppige Fahrweise, die Fahrgäste an der Haltestelle stehengelassen: Davon kann auch Volker Jung berichten: „Wenn der Bus an der Haltestelle mal nicht mit 80 Sachen entlangfahren würde, hätte er eine Chance, die Menschen an der Haltestelle wahrzunehmen.“ Der 53-Jährige Seligenstädter hat sich bereits beim RMV und bei der verantwortlichen First Group beschwert, doch passiert ist nichts: „Da verläuft alles im Sande.“

Walter Schützenhofer, Betriebsleiter der First-Group, weiß nichts von Beschwerden zur Linie 651 und beruft sich auf das interne GPS-Kontrollsystem. Damit könne der Betriebsleiter sekundengenau ablesen, wann, wo und wie lange ein Bus an welcher Stelle gestanden hat und wie lange er für eine Strecke gebraucht hat.

Nur: Verspätungen seien kaum zu vermeiden. „Die Linie fährt die A3 entlang und teilt sich den Streckenverlauf mit dem Individualverkehr. Bei Stau und vermehrten Rot-Phasen an Ampelkreuzungen kommt es zwangsläufig zu Verspätungen“, räumt Schützenhofer ein. Doch ob ein Busfahrer einen Fahrgast an der Haltestelle stehengelassen hat, verrät ihm die Überwachung nicht. Schützenhofer: „Ich kann nicht für jeden Mitarbeiter die Hände ins Feuer legen.“ Deshalb erklärt sich der Betriebsleiter auf Nachfrage persönlich bereit, die Linie unangekündigt zu kontrollieren.

RMV Sprecherin Petra Eckweiler rät den Betroffenen: „Wenn so etwas passiert, Datum und Uhrzeit notieren. Dann können die Busfirmen das Problem angehen.“

Hat Sie der Bus auch schon einmal einfach stehen lassen? Melden Sie sich per Mail: redaktion@extratipp.com.

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