Diese Pinkel-Ecken in Frankfurt stinken zum Himmel

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Dreiste Wildpinkler: In aller Öffentlichkeit pinkelt ein junger Mann an die DHL-Packstation am Frankfurter Lokalbahnhof. So wie hier, werden viele Ecken in der Stadt als Toilette zweckentfremdet.

Region Rhein-Main - Wer durch die Frankfurter Innenstadt läuft, wird an einigen Stellen die Nase rümpfen. Denn in der Luft hängt oft übel riechender Uringeruch. Überall im Stadtgebiet gibt es Ecken, die als öffentliches WC benutzt werden. Der EXTRA TIPP zeigt die stinkigsten Pinkel-Punkte. Von Mareike Palmy

Rund um den Hauptbahnhof, im Bereich der Niddastraße, am Friedberger Platz, rund um die Hauptwache, an der Konstablerwache, um die DHL-Packstation am Lokalbahnhof, die Grünanlage vor der Ludwig-Richter-Schule: In zahlreichen Passagen, Hinterhöfen und auf Gehwegen riecht es nach Urin. Denn immer hemmungsloser verrichten blasenschwache Frankfurter im Freien ihre Notdurft. Insbesondere für viele Männer scheint das Urinieren in der Öffentlichkeit bei Tag und Nacht mittlerweile eine Selbstverständlichkeit.

Zwar gibt es keine sogenannte „Pinkel-Polizei“ wie in anderen Großstädten, die ausschließlich nach Zeitgenossen Ausschau hält, die an Hauswänden ihre Notdurft verrichten. „Wenn wir aber jemanden erwischen, der sich erleichtert, muss er zahlen“, sagt Ralph Rohr vom Ordnungsamt Frankfurt. Allein in den vergangenen beiden Jahren verhängte die Stadtpolizei 522 Geldstrafen gegen „Wildpinkler“. Dabei ist so ein Urinstrahl unter freiem Himmel nicht billig: Wer beim „öffentlichen Wasserlassen“ erwischt wird, muss 60 Euro Strafe zahlen.

Rund um den Hauptbahnhof scheint das niemanden zu stören: Urin-Lachen auf dem Vorplatz, nasse Flecken auf den Treppenaufgängen, verklebte Rolltreppen und ein hartnäckiger Pipi-Mief lassen alltäglich 400.000 Pendler schwer atmen. Auch der Rest des Bahnhofsviertels verkommt zum Urinal. Vor vielen Bars und Clubs riecht es so übel nach Kloake, dass die FES-Stadtreinigung mit „Parfum“ nachhelfen muss. „Ein Reinigungswagen spritzt nachts das komplette Viertel mit Wasser und Citrus-Duftmittel ab“, erklärt Peter Postleb, Leiter der Stabsstelle Sauberes Frankfurt. Er kennt alle stinkigen Ecken der Stadt, wie die Stelle wo früher das Kino Royal stand. Dort müssen Passanten der Schäfergasse den Gestank von Urin, Taubenkot und Sperrmüll hinnehmen. Mittlerweile ist der Weg nahe der Konstablerwache als „Harnröhre“ bekannt.

"Wenn man die Luft anhält geht's"

Auch die Rückseite der DHL-Packstation 118 am Lokalbahnhof wird gerne als Klo missbraucht und stinkt zum Himmel. Weil hinter der Station nur der Bahndamm ist und man dazwischen von niemandem gesehen wird, verziehen sich dorthin ständig Männer und Frauen, um ihre Blase zu entleeren. An manchen Tagen fließt der Urin sogar unter der Packstation hervor und läuft über den Gehsteig.

Während die Stadt versucht, das Problem mit 45 öffentlichen Toiletten, einer eigens dafür eingerichteten Stabstelle und der Internetseite www.city-wc-frankfurt.de, einzudämmen, stinkt es Anwohnern und Passanten gewaltig. „Wenn man die Luft anhält geht’s, ansonsten ist der Gestank an manchen Ecken einfach abartig. Es fehlt an öffentlichen Toiletten“, klagt eine Bewohnerin der unteren Gutleutstraße, deren Hauseingang regelmäßig zweckentfremdet wird.

Das „wilde Urinieren“ ist ein verbreitetes Phänomen, das ich nicht nachvollziehen kann. Die Benutzung öffentlicher WCs kostet nur 50 Cent. Das ist auch eine Frage der Erziehung. Wir empfehlen den Hausbesitzern zu Toren oder Gittern. Auch Bewegungsmelder, helfen vor unliebsamen Gästen“, rät Claudia Kranz von der Stabstelle Öffentliches Toilettenwesen.

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