Diese Ampel müssen Fußgänger fürchten

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In diesem Moment zeigt die Fußgängerampel hinter Jürgen Eichholz aus Riederwald grün. Dennoch fahren die Autofahrer weiter.

Frankfurt – Seit zwei Jahren beobachtet Jürgen Eichholz aus Frankfurt, wie gefährlich der Überweg für Fußgänger vor seiner Haustür ist. Doch die Stadt sieht keinen Handlungsbedarf. Von Angelika Pöppel

„Diese Ampel ist gefährlich“, sagt Jürgen Eichholz aus Frankfurt. Denn obwohl das Licht für Fußgänger grün zeigt, rast ein Auto nach dem anderen über den Überweg am Johanna-Tesch-Platz im Riederwald. Die Ampel für die Autofahrer steht schon rund 50 Meter vor dem Überweg. Wenn sich der Verkehr staut, ist die Fußgängerampel längst grün, bis die Autofahrer den Überweg erreicht haben. „Die Autofahrer rasen einfach über die Ampel, obwohl die Fußgänger grün haben“, sagt Eichholz. Ältere Menschen, Kinder und Mütter mit Kinderwagen müssen sich zwischen den Autos durchschlängeln. „Meine Freundin wurde auch einmal fast angefahren“, sagt Eichholz der selbst täglich die Ampel überquert. Auch der Betreiber eines Kiosks direkt an der Ampel bestätigt: „Wenn es staut, kommen die Leute nicht rüber.“

Eichholz hat bereits 2010 einen Antrag beim Straßenverkehrsamt gestellt. Doch dieser wurde abgelehnt. Begründung: Wegen des geplanten Riederwaldtunnels werde die Ampel nicht verändert. Die Autobahnverbindung soll die Autofahrer im Riederwald durch einen Tunnel führen und so den Verkehr entlasten. Doch der Tunnel soll frühestens 2018 fertig sein. Für den Frankfurter bedeutet das im Klartext: „Aufgrund des Riederwaldtunnels nimmt die Stadt eine Gefährdung der Fußgänger in Kauf.“

Dabei sei eine Lösung ganz einfach. „Wenn die Ampel für die Autofahrer vorverlegt werden würde, wäre das Problem gelöst“, sagt Eichholz. Laut der Stadt Frankfurt sei das aber zu teuer. Eine günstige Variante sei ein gelb-blinkendes Ampellicht, dass auf die Fußgänger aufmerksam macht, sagt Eichholz.

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