Deutschland jagt das Phantom

Mindestens fünf Tötungsdelikte, ein Raubüberfall, Einbrüche und Diebstähle gehen auf das Konto der Frau. Von ihr gibt es kein Gesicht, nur das gesicherte DNA-Material von zurückgelassenen Hautschuppen oder Haaren. Und sie beweisen: Es ist immer die gleiche Frau. Ihre brutalste Tat: Am 25.

April 2007 erschießt sie in Heilbronn die Polizeimeisterin Michèle Kiesewetter und verletzt ihren Kollegen Martin A. schwer. Auslöser soll eine Routinekontrolle gewesen sein. Weiterhin erdrosselt sie 1993 (ihre erste Tat) eine 62-Jährige aus Idar-Oberstein mit einem Blumendraht. 2001 erschlägt sie einen Frührentner aus Freiburg, um ein paar Euro mitzunehmen. Dazwischen unzählige Einbrüche und Diebstähle. Insgesamt wurde die unverwechselbare Spur der Frau an mindestens 22 Tatorten gefunden. Eine Blutspur pflastert ihren Weg seit 15 Jahren. Fest steht: Die gesuchte Frau nimmt Drogen. Im Oktober 2001 hat sich ein Siebenjähriger in Gerolstein (Pfalz) an einer Heroinspritze verletzt. Die Polizei hat damals an der Einwegspritze Hautschuppen der skrupellosen mutmaßlichen Mörderin gefunden. Und dann wird es brisant: Gen-Material der Unbekannten ist nämlich auch in einem weißen Escort aufgetaucht. Den hatte der Iraker Talip O. vom rheinland-pfälzischen Landeskriminalamt für seine V-Tätigkeit in der Islamistenszene bekommen. Er gerät im Januar 2008 in Verdacht, drei georgische Autohändler im Streit in Heppenheim erschossen zu haben. Doch Talip O. schweigt. Auch dazu, wer in letzter Zeit in dem weißen Escort gesessen hat. Ein Sprecher der Soko "Parkplatz" in Heilbronn kann die Bürger in der Rhein-Main-Region beruhigen: "Das Phantom taucht nur einmal in dieser Region auf: Bei dem Einbruch in Dietzenbach. Damals ist lediglich Münzgeld aus einer Kaffeekasse entwendet worden." Was das Phantom für Spuren hinterlässt, sagt er nicht. agk

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