Deutsche Umwelthilfe fordert

Strafsteuer: 20 Cent auf „Coffee-to-go“-Becher

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Region Rhein-Main - Für viele ist er der tägliche Begleiter. Der morgendliche „Coffee-to-go“. Doch mit seinem Pappbecher ist er ein wahrer Verschmutzer. Deshalb will die Deutsche Umwelthilfe Kaffee-Fans zur Kasse bitten. Von Oliver Haas

So reagierte Frankfurt auf das Pappbecher-Problem: Größere Mülleimer-Öffnungen

Deutschland vermüllt mit den Pappbechern für Kaffee zum Mitnehmen. So sieht es zumindest die Deutsche Umwelthilfe (DUH) und fordert deshalb eine 20-Cent-Abgabe auf die frühmorgendlichen Begleiter. Vorreiter soll modellhaft Berlin werden, wo laut DUH täglich 325.000 dieser Pappbecher anfallen. Weitere Städte sollen folgen. Deutschlandweit würden jährlich 2,8 Milliarden „Coffee-to-go-Becher“ konsumiert und das gibt etwa 28.000 Tonnen Abfall.

Verbraucher sollen weniger Müll produzieren

Das Hauptproblem: Weil er für die Wasserdichte mit Kunststoffen beschichtet ist, landet er nicht im Altpapier, sondern im Müll. Durch die Strafsteuer sollen Verbraucher dazu motiviert werden, weniger solchen Müll zu produzieren. Dabei zieht die DUH eine Parallele zum Plastiktütenproblem: „Erfahrungen mit der Einführung einer Abgabe auf Plastiktüten in Irland haben gezeigt, dass deren Verbrauch von 328 Stück pro Kopf und Jahr auf heute nur noch 16 Stück gesunken ist. Mit einer ähnlichen Wirkung ist auch bei einer Abgabe auf Coffee to go-Becher zu rechnen“, prophezeit der DUH-Bundesgeschäftsführer Jürgen Resch.

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Oliver Gaksch von ESO Stadtservice GmbH in Offenbach bezweifelt, ob eine 20-Cent-Abgabe auf Wegwerfbecher richtig wäre. „Man würde dann wohl nur etwa die vielen kleinen Bäckerläden bestrafen, die Kaffee zum Mitnehmen auf diese Weise anbieten und dann weniger verkaufen.“ Wenn überhaupt plädiere er für ein Pfandsystem, um das Pappbecherproblem zu lösen. „Hier in Offenbach sehen wir allerdings noch noch kein besonderes Müllproblem nur aufgrund dieser Becher.“

Mülleimer wegen Kaffeebecher umgerüstet

In Frankfurt sorgten die „Coffee-to-go-Becher“ dafür, dass in den vergangenen Tagen bereits 500 Mülleimer im Stadtgebiet, etwa auf der Berger Straße, umgerüstet wurden. Michael Werner von der Frankfurter Entsorgungs- und Service GmbH erklärt: „Wir haben festgestellt, dass die Öffnungen sehr oft verstopft wurden. Viele waren zu faul oder bequem die Becher in den Mülleimer rein zu drücken. Deshalb haben wir die Öffnungen vergrößert. Vom Vorstoß der DUH hält Werner nichts: „Mit 20 Cent wird sich am Kaufverhalten nicht viel ändern. Das wäre höchstens der Fall, wenn der Kaffee statt 1,50 plötzlich 2,50 Euro kostet. Die beste Methode sei für ihn ohnehin, wenn man einfach einen wiederbefüllbaren Mehrwegbecher mitbringt und so den Pappbecher-Müll gänzlich vermeidet.

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