„Der kostet uns jeden Tag nur unnötig Geld“

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„Der kostet uns jeden Tag nur unnötig Geld“

Langen – Über die defekten Aufzüge, ausfallende Heizungen und dreckigen Flure im Langener Hochhaus in der Dieburger Straße 1 hat der EXTRA TIPP am 10. Januar berichtet (siehe Ausriss). Nun kommen weitere erschreckende Details ans Licht. Zwei Eigentümer packen aus und erheben schwere Vorwürfe gegen den Verwalter Martin R. Von Andreas Einbock

Was viele der 100 Mieter bisher nur vermuteten, wurde bei der Eigentümerversammlung am 21. Januar in der Langener Stadthalle sichtbar (Protokoll der Eigentümerversammlung liegt dem EXTRA TIPP vor). „Das ist ein absolutes Chaos mit jeder Menge Ungereimtheiten“, sagt einer der Eigentümer, der bis vor kurzem dem Verwaltungsbeirat angehörte und nicht genannt werden will.

Zweiter Aufzug steht noch immer still

Während der eine Aufzug mit einigen Aussetzer gelegentlich wieder funktioniere, steht der zweite immer noch still. Konkreter wird sein Nachbar, der erst seit einem Jahr im Hochhaus wohnt und als Eigentümer in den neuen Verwaltungsbeirat gewählt wurde. „Der Aufzug wurde jahrelang nicht gewartet. Obwohl zwei Firmen Angebote abgegeben hatten, wurde nichts unternommen, sondern nur gewartet, bis der Aufzug endgültig kaputt ist“, sagt Josef Endstrasser und ergänzt: „Leider ist das nicht unser einziges Problem. Es gibt Probleme bei der Heizung und den Rohrleitungen. Dringende Reparaturarbeiten am Parkdeck, der Klingel- und Schließanlage und am Abwassersystem werden von der Hausverwaltung nicht oder schlecht erledigt.“

Nur 150 Euro Haftung für den Verwalter

Im Zentrum der Kritik steht Martin Rohde von der HVD Verwaltungsgesellschaft, der laut Endstrasser im April 2009 zum Verwalter gewählt wurde und bis heute aber keinen schriftlichen Vertrag mit den Eigentümern besitzt. „Dieser Herr hat keine Qualifikation als Verwalter und steht nur mit 150 Euro Haftung ein“, so Endstrasser Noch schwerer wiegen die Vorwürfe mehrerer Wohnungseigentümer, Herr R. lasse alle Umlagenzahlungen und Rechnungen über sein Privatkonto laufen und es gäbe trotz Auforderungen keine Einblicke in die Verwaltungsabrechnungen. Beides widerspreche den Wohnungseigentumsgesetz.

Sonderumlage soll Forderungen begleichen

Nun soll eine Sonderumlage helfen, die ausstehenden Forderungen über insgesamt 300.000 Euro von der Stadt und den Stadtwerken Langen bis 1. April zu begleichen. Sollte das scheitern, würden die Mieter bald im Kalten und ohne Licht dasitzen. „Dann müsste die Stadt das Haus für unbewohnbar erklären und die Mieter zum Auszug bringen. Herr R. könnte sich das Haus dann unter den Nagel reißen“, sagt Endstrasser, der in einer außerordentlichen Versammlung für die Abwahl des Verwalters Rohde sorgen will: „Jeder Tag, an dem er noch länger am Steuer sitzt, kostet allen Mietern unnötig Geld.“

Unterdessen streitet Herr R. ab, dass er Verwalter des Hochhauses ist. Dies ließ er über seinen Anwalt Ingo Eberhard schriftlich mitteilen. Ferner heißt es: „Es wird deshalb von Seiten der Hausverwaltung keine Diskussion von Internas in der Öffentlichkeit geben.“

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