Rembrück im Protest

Stunk bei Demo gegen Biogas-Anlage

Die Demonstranten machen ihrem Ärger mit Papp-Schildern Luft. Foto: pep

Rodgau – Der Streit um die Pläne, eine Biogas-Anlage  in Rodgau zu bauen, hat eine neue Dimension angenommen.

Aus Angst vor Lärm, Verkehrsbelastung, Gestank, Verschmutzungen und der Gefahr eines Betriebsunfalls demonstrierten am Samstag vor einer Woche Rembrücker Anwohner bei der offenen Fraktionssitzung des im Rodgauer Stadtparlament vertretenen Wählervereins „Zusammen mit Bürgern“ (Zmb) gegen die geplante Biogasanlage.

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Schon im November und im Dezember hat der EXTRA TIPP über die Auseinandersetzung berichtet. Während Land-Besitzer Stefan Wolf auf dem früheren Sendegelände des Hessischen Rundfunks die Errichtung einer Biogasanlage plant, will die Stadt dort naturschutzrechtliche Ausgleichsflächen ausweisen und hat deshalb erstmal eine Veränderungssperre erlassen. Diese schließt bauliche Veränderungen auf dem Gebiet für die nächsten zwei Jahre aus. Wolfs Pläne liegen damit auf Eis. Sollten sich beide Seiten nun nicht auf einen Kompromiss einigen, könnte die Stadt den Bauern auch schon innerhalb der zwei kommenden Jahre enteignen.

„Wir haben uns über das ganze Konzept schon Gedanken gemacht“, betonte Stefan Wolf  und begegnete den Rembrückern mit allen notwendigen Antworten und Zahlen und ging dabei auf jedes vorgebrachte Argument ein.

Die geplante Anlage würde dem neuesten Stand der Technik entsprechen und damit auch höchsten Sicherheitsansprüchen genügen, verprach der Landwirt. Der komplette Produktionsvorgang würde in einem in sich geschlossenen System stattfinden, was den unkontrollierten Austritt von Geruch oder anderen Abfällen ausschließe. „Es ist klar, dass nichts auslaufen darf“, stimmte er den Bedenken der Gegner zu, verwies aber auf die mehrfachen Schutzmauern und Abdeckungen, die die Anlage vor jedweder Havarie schützen sollen.

Die Demonstranten konnte das jedoch kaum beruhigen. Sie planen jetzt eine Unterschriftenaktion, um die Biogasanlage zu verhindern. Würde nämlich Landwirt Stefan Wolf klagen und Recht bekommen, könnte der Anlagen-Bau mit Zustimmung des Regierungspräsidiums Darmstadt doch noch verwirklicht werden. pep/red

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