Vor der Haustür der Eheleute Döltz stinkt’s seit Jahren

Dauer-Mief vermiest Ehepaar das Zuhause in Hainburg

Hainburg - Seit Jahren riecht es nach Kanalisation direkt vor der Haustür der Familie Döltz. Der Geruch kommt aus einem abgedeckten Schacht. Für die örtlichen Gemeindewerke gibt’s eine Lösung. Von Axel Grysczyk

Klaus und Christina Döltz können sich oft nur mit zugehaltener Nase vor und in ihrem Haus bewegen. Schuld ist dieser Schacht unter der Abdeckung, der zwei Meter vor ihrer Haustür entfernt liegt.

Dem Ehepaar Döltz stinkt‘s. Ganz besonders, wenn’s heiß ist. Dann schwappt ein Geruch aus Kanalisation, Gülle und konzentriertem Mief aus dem Abwasserschacht direkt vor dem Haus der Eheleute in der Hainburger Kastellstraße. Und der Gestank kriecht durch alle Ritzen ins Haus. „Ich kann nur bei geschlossenem Fenster Essen machen“, sagt Christina Döltz und ergänzt: „Ansonsten vergeht einem schon beim Kochen der Appetit.“ Und ihr Mann Klaus fügt hinzu: „Mit Lebensqualität hat das nichts zu tun.“ Der 71-jährige Rentner ist sauer: „Wenn das so weitergeht, zahle ich keine Umlagen mehr an die Gemeinde. Für was denn auch?“, fragt er.

Neue Pumpen hab nichts gebracht

Die Quelle des Gestanks liegt direkt vor dem Haus. Ein mit einer Eisenplatte abgedeckter Kanalisations-Schacht. Klaus Döltz: „Das stinkt schon seit Jahren. Vor ein paar Jahren wurden die Pumpen erneuert, danach sollte es besser werden. Doch die Situation wurde immer schlimmer.“ Im April 2013 wurde an dem Schacht vor der Haustür der Döltz’ eine Baustelle errichtet. Drei Monate später berichtete der EXTRA TIPP unter der Überschrift „Geruchsbelästigung durch Kanalarbeiten: Hier stinkt‘s zum Himmel“ über den üblen Geruch rund um das Einfamilienhaus der Familie Döltz. Schon damals klagte Klaus Döltz: „Das ist eine verdammte Sauerei. Ich lasse das nicht länger mit mir machen.“ Zwei Jahre später sind die Eheleute Döltz mit den Nerven fertig. Der Gestank geht nicht weg. Schon mehrfach hätten sie sich an die Gemeindeverwaltung in Hainburg gewendet. Passiert sei nichts. Klaus Döltz: „Wir haben schon mit dem Gedanken gespielt, unser Zuhause aufzugeben. Aber unser Haus würde niemand kaufen, wenn er hier war und gerochen hat, wie es stinkt.“ Egon Lukas, technischer Betriebsleiter der örtlichen Gemeindewerke, sieht die Situation weniger dramatisch.

Schacht lässt sich nicht komplett abdichten

Natürlich kenne er die Eheleute Döltz. „Ich habe ihnen schon mehrfach gesagt, dass sie mich genau dann anrufen sollen, wenn es stinkt. Ein paar Tage später nützt nichts mehr“, sagt er. Man könne diesen Schacht nicht komplett abdichten, das sei schlichtweg nicht möglich. Schließlich müsse es auch die Möglichkeit zum Be- und Entlüften geben. Unter dem Schacht befänden sich Pumpen, um das Abwasser weiter zu transportieren, und ein Regenüberlaufbauwerk. Es wäre möglich, einen 300 bis 500 Euro teuren Filter einzubauen, wenn klar wäre, wann und wie es stinkt. Das könnte die Geruchsbelästigung reduzieren. In zirka zehn Jahren könnte sich das Problem sowieso lösen, dann wird ein neues großes Sammelbecken gebaut. Lukas: „Dann wäre der Schacht in der Kastellstraße überflüssig.“

Rubriklistenbild: © agk

Mehr zum Thema

Kommentare