Darf man jungen Erwachsenen zur Strafe den Lappen wegnehmen?

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Frankfurt – Jugendlichen Rüpeln will die Stadt Frankfurt in Zukunft mit Führerscheinentzug drohen. Ordnungsdezernent Volker Stein möchte jungen Erwachsenen, die sich betrinken, unter Dorgeneinfluss fahren, an illegalen Rennen teilnehmen aber auch durch Bedrohungen, Raubdelikte oder Gewalttaten auffallen, die Gelbe Karte zeigen. Von Andreas Einbock

 Die soll in Form eines gelben Schreiben von der Führerscheinstelle verschickt werden und Randlierer auf den Führerscheinentzug bei einer erneuten Strafatat hinweisen. Stein (FDP) orientiert sich damit an dem Pilotprojekt „Gelbe Karte“, das letzte Woche von Innenminister Volker Bouffier in Wiesbaden gestartet wurde.
In der Praxis meldet die Polizei die jugendlichen Straftäter der örtlichen Fahererlaubnisstelle, die den Vorgang bis zu zehn Jahre speichern kann und neben Einzug des Führerscheins auch das Ausstellen des Lappens verweigern kann.

Der EXTRA TIPP hat Frankfurter gefragt, was sie von dem geplanten Führerscheinentzug halten.

Peter Große-Föller (62): „Prinzipiell ist das eine gute Möglichkeit. Schließlich ist die Jugend heiß aufs Autofahren. Doch es hängt immer von der Schwere der Tat. Wir waren ja auch jung und haben was getrunken. Pauschal sollte da nicht geurteilt werden.“
Melissa Schier (17):„Das bringt überhaupt gar nichts. Jugendliche hindert so ein Maßnahme sicherlich nicht am weitermachen. Klar, das Auto ist schon ein Statussymbol. Doch die Wirkung wird bei den Randalieren schnell verpuffen.“
Norbert Rehner (64):„Nicht Autofahren zu können, trifft Jugendliche mehr als Ermahnungen oder verordnete Arbeitsstunden. Vor allem bei Wiederholungstätern erzielt der Führerscheinentzug sicher seine Wirkung und schreckt ab.“
Sven Markloff (18):„Das ist doch völlig sinnlos. Ich verstehe gar nicht den richtigen Sinn davon. Für mich ist das blanker Aktionismus der Politiker. Jugendliche bringt sowas nicht zum Umdenken. Man klaut ihnen nur ein Stück ihrer Würde.“
Sandra Sondermann (29): „Wenn es dadurch einen Vernünftigen mehr gibt, macht es für mich Sinn. Allerdings werden durch solche Maßnahmen in meinen Augen die eigentlichen Ursachen vom Betrinken oder Randalieren wenig berührt.“

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