In Frankfurt und Offenbach

Tricks der Hanfbauern: Drogenzucht mitten in der Stadt

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Hanfpflanze in einem Maisfeld.

Region Rhein-Main – Die Marihuana-Bauern in der Region denken sich immer geschicktere Verstecke aus, um ungestört Drogen züchten zu können. Neuste Masche: Die Pflanzen werden einfach in der Öffentlichkeit unter freiem Himmel ausgesät. Von Christian Reinartz

Sind die Pflanzen ausgewachsen, werden sie in einem unbeobachteten Moment abgeerntet. Die Polizei ist nahezu machtlos. Warum nicht einfach die Cannabis-Plantage statt im heimischen Wohnzimmer auf eine öffentliche Grünfläche verlegen? Das denken sich zur Zeit offenbar so einige aufgeschreckte Drogen-Züchter aus dem Rhein-Main-Gebiet, nachdem immer mehr Heimplantagen hochgenommen werden (der EXTRA TIPP berichtete) Im Internet tauschen sich Hobby-Hanf-Gärtner fast spöttisch über die Polizei aus. „Das kriegen die nie mit. Du musst nur eine Stelle raussuchen, die so öffentlich ist, dass niemand auf den Gedanken kommen könnte, dass das Drogen sein könnten“, heißt es etwa in einem einschlägigen Hanf-Forum im Internet. Und weiter: „Du musst nur dreist genug sein!

Anbau auch versteckt in Maisfeldern

Eine andere, offenbar auch erfolgreiche Variante ist der Anbau in Maisfeldern. Die Pflanzen sind groß genug, um die ebenfalls riesigen Cannabis-Gewächse perfekt nach außen abzuschirmen. „Da merkt höchstens der Bauer mal, dass da jemand im Innern seines Maisfeldes Drogen anbaut“, sagt Drogenfahnder Ingbert Zacharias vom Polizeipräsidium Südosthessen. Dort können die mannshohen Pflanzen nahezu ungestört wachsen und das Risiko, damit in Verbindung gebracht zu werden, geht für den Anbauer gegen Null. „Die sind ziemlich schlau“, weiß der Experte. Zwar werde die Polizei immer wieder von aufmerksamen Passanten auf verdächtige Pflanzen hingewiesen. „Aber mehr als die Plantagen dann abzuernten können wir auch nicht“, sagt Zacharias: „Wir können uns ja schlecht auf die Lauer legen und warten, bis der Plantagenbesitzer vorbeikommt.“

Hanfplantage mitten auf der Friedberger Landstraße

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Doch es geht noch dreister: In Frankfurt hatte die Polizei eine Hanf-Plantage mitten auf dem Grünstreifen an der Friedberger Landstraße entdeckt. Dabei soll essich allerdings um Pflanzen mit nur geringem Gehalt am berauschenden Wirkstoff THC gehandelt haben. Für Zacharias ist das aber keine Entwarnung: „Nicht jeder weiß, was für Samen er da erwischt hat. Gerade nicht, wenn es ein Hobby-Gärtner war.“ Sein krassester Fall: „Einmal haben wir 100 Kilogramm Pflanzenmaterial an einem Feldrand abgeerntet.“

Während die Polizei damit beschäftigt ist, die Pflanzen zu entsorgen und Anzeigen gegen Unbekannt zu schreiben, gedeihen die Drogen an zig anderen Stellen munter weiter. „Wir können gar nicht alles finden“, sagt Zacharias: „Da sind wir auf Hinweise angewiesen.“ Wenigstens der regelmäßige Streifen-Flug des Polizei-Helikopters gäbe hin und wieder Hinweise auf solche Plantagen. „Von oben sind die nämlich gut zu sehen.“ Wer verdächtige Pflanzen entdeckt, meldet sich bei der nächsten Polizeidienststelle.

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