„Der Himmel gehört  nicht Fraport“

Taunus-Bürger protestieren weiter gegen Fluglärm

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Dieses zehn Meter lange Banner hängt seit Mittwoch am Kirchturm in Flörsheim.

Taunus – Die Protestwelle im Vordertaunus rollt. Immer mehr Bürger wollen den Fluglärm nach Inbetriebnahme der Nordwest-Bahn am Frankfurter Flughafen und den geänderten Flugrouten nicht klaglos hinnehmen. Von Norman Körtge

Propst Sigurd Rink (kleines Bild, links) und Pfarrer Martin Hanauer protestieren gegen Fluglärm.

Besonders betroffen vom Fluglärm im Main-Taunus-Kreis ist die Stadt Flörsheim. Dort prangt seit Mittwochnachmittag öffentlichkeitswirksam der Satz „Der Himmel gehört nicht Fraport“ auf einem zehn Meter langen Banner am Turm der evangelischen Kirche in Flörsheim. „Wir sind bei den Menschen in unserer Stadt, die unter dem krankmachenden Fluglärm leiden“, sagte Pfarrer Martin Hanauer.
In einer gemeinsamen Presseerklärung haben am Dienstag die Bürgermeister der Kommunen Kelkheim, Bad Soden, Eschborn Schwalbach, Sulzbach und Liederbach angekündigt, gegen die neuen Flugrouten Klage zu erheben. Die Klage ist zum einen gestützt auf eine Beeinträchtigung der Planungshoheit der Städte und Gemeinden infolge der gesteigerten Lärmbelästigung durch die neuen Anflugrouten. Zum anderen wird auf die fehlende Beteiligung der Städte und Gemeinden im Verfahren zur Festlegung der neuen Flugrouten verwiesen. Weiter heißt es in der Erklärung, dass die tatsächlichen Südabflugrouten nicht den veröffentlichen Routen entsprechen würden. Diese verlaufen nicht wie vorgesehen in einem weiten Bogen um die betroffenen Städte und Gemeinden des Vordertaunus herum, sondern tangieren diese unmittelbar.

Auf der Tagesordnung der Synode des Evangelischen Dekanats Kronberg am Freitagabend stand ebenfalls der Fluglärm. In dem Resolutionsentwurf protestiert das regionale Kirchenparlament „gegen den krankmachenden Fluglärm in seinem Kirchengebiet“. Das Dekanat fordert, dass die Situation nach der Inbetriebnahme der Landebahn neu beraten werden muss. Außerdem sollen deutliche Nachbesserungen für den gesundheitlichen Schutz der Menschen getroffen werden.

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Bereits am Montag demonstrierten im Flughafen-Terminal etwa 450 Menschen aus der Region lautstark gegen den Fluglärm. Die Demos sollen vorerst jeden Montag wiederholt werden.

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