Skandal um Hainburger Mietshäuser: Kreis Offenbach stellt Gefahr für Leben und Gesundheit fest

Behörde verbietet die Schimmelhölle

Dieter Kemmer steht mit dem Bescheid vom Kreis Offenbach in seiner Küche, die es eigentlich gar nicht geben darf.

Hainburg – Jetzt hat Dieter Kemmer es schriftlich. Vom Kreis Offenbach per Einschreiben bekommen. Seine Wohnung im Hainburger Edith-Stein-Weg 15 ist eine Gefahr für Leben und Gesundheit. Die Kreis-Bauaufsicht hat ein Nutzungsverbot erlassen. Nun muss sich der 33-Jährige eine neue Wohnung suchen. Von Norman Körtge

„Gefangen in der Schimmel-Hölle“ titelte der EXTRA TIPP in der vergangenen Woche. Es geht um einen heftigen Konflikt zwischen Mietern und Vermietern über unhaltbare Zustände in zwei Mietshäusern im Hainburger Edith-Stein-Weg. Am schlimmsten betroffen ist Dieter Kemmer, der im Souterrain von Hausnummer 15 lebt. Dort breitet sich der Schimmel an mehren Stellen aus.

Im Bescheid der Kreis-Bauaufsicht heißt es, dass für diese Wohnung keine baurechtliche Genehmigung vorliegt. Neben diesem rechtlichen Aspekt haben die Kreismitarbeiter auch bauliche Mängel geahndet. Sie haben einen „sehr starken Schimmelbefall“ festgestellt. Außerdem ist ein zweiter Rettungsweg nur unzureichend vorhanden, ebenso ist die für Aufenthaltsräume vorgeschriebene Belichtung und Belüftung nicht ausreichend. Da „eine Gefährdungssituation für Leben und Gesundheit“ besteht, hat der Kreis Offenbach ein Nutzungsverbot ausgesprochen. In spätestens drei Monaten muss Kemmer draußen sein, sonst kostet es 3000 Euro Strafe. „Ich war erst einmal richtig sauer“, sagt Dieter Kemmer. Er kann nicht glauben, dass sein Vermieter ihn in solch einer Wohnung leben lassen hat.

Dieser gibt sich auf Nachfrage wortkarg, will zum Bescheid des Kreises nichts sagen. Allerdings bietet er Kemmer Hilfe an. Im Haus sei noch eine Wohnung frei. Da könne er rein, so der Vermieter.

Doch damit sind die Probleme nicht gelöst. Andere Mieter aus den Hausnummer 13 und 15, wie Roswitha Densow, beklagen sich über weitere bauliche Mängel, falsche Flächenberechnungen und nicht nachvollziehbare Nebenkostenabrechnungen.

Der Kampf zwischen Mieter und Vermieter geht weiter.

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