Balance-Akt: Grünflächenamt will Slacklines verbieten

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Marc Henklein auf der Slackline.

Frankfurt – Sie sind der Hingucker in den Frankfurter Parkanlagen: Slackliner. Auf einem zwischen zwei Bäumen gespannten Band balancieren die Trendsportler, machen teilweise atemberaubende Kunststücke. Doch dem Grünflächenamt sind die Slackliner ein Dorn im Auge. Von Norman Körtge

Marc Henklein gehört zu den Frankfurter Pionieren, wenn es um Slackline geht. Der Sportkletterer fand bereits vor vier Jahren den Weg auf das etwa fünf Zentimeter breite Band, das in Hüfthöhe zwischen zwei Bäumen befestigt zum Balancieren einlädt. Anfangs eine sehr wackelige Angelegenheit. „Bei mir war schnell der Ehrgeiz geweckt. Man weiß, dass es geht, man muss nur herausfinden wie“, erinnert sich Henklein an seine Anfänge und die Faszination, die viele erfasst, die erstmals auf einer Slackline stehen. „Mit Hilfestellung kann man sich nach etwa einer halben Stunde schon alleine halten“, weiß Henklein aus Erfahrung. Für Kunststücke wie Sprünge ist natürlich viel Übung notwendig.

Günthersburgpark ist beliebter Treffpunkt

Zu den beliebtesten Treffpunkten für Slackliner in Frankfurt gehört der Günthersburgpark. Doch das aufsehenerregende Freizeitvergnügen wird nicht von allen gerne gesehen. Bernd Roser, Leiter der Abteilung Grünflächenunterhaltung, befürchtet, dass sich die Gurte in die Rinde der Bäume schneiden oder Rinde abgescheuert wird. „Auch wenn kein Schaden sichtbar ist, kann durch den großen Druck das Zellwachstum gestört werden. Vor allem Buchen sind sehr empfindlich“, meint der Experte. Die Belastung könne auch trotz zwischen Gurt und Rinde gelegter Matten einfach zu groß sein. Seit dem Deutschen Turnfest 2009 gebe es in Frankfurt immer mehr Slackliner. Roser plädiert dafür, im Fachhandel erhältliche, freistehende Gerüste zu verwenden.

Ordnungsamt will kontrollieren

Noch gebe es in der städtischen Grünflächensatzung kein Verbot von Slacklines. Aber Roser kann sich vorstellen, dass dies bei einer Neufassung aufgenommen wird. Das Ordnungsamt werde aufmerksam die Slackliner kontrollieren, kündigt er an.

Für Marc Henklein und seine Slackline-Freunde ist diese Haltung nicht nachvollziehbar. „Wenn der Gurt ordentlich befestigt wird, kann der Baumrinde nichts passieren“, sagt er. Wie das am besten gemacht wird, sollte sich jeder Slackliner zeigen lassen und außerdem bei Parkbäumen den Rindenschutz nicht vergessen. Er hat sich bereits sowohl in die Frankfurter Grünflächen-, als auch in die Baumschutzsatzung eingelesen und immer eine Kopie dabei, um die notwendigen Argumente parat zu haben, so Henklein.

Bäume wachsen immer noch

Im Sommer wird die Slackline auch schon mal über einen Fluss gespannt.

Dass große Bäume durch die Slackline Schaden nehmen, glaubt er nicht. Schon seit mehreren Jahren würde er das Band im Günthersburgpark an den selben Bäumen befestigen. „Und die Bäume wachsen immer noch“, sagt er.

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