Straßenschäden kosten Autofahrer

Schlagloch-Teppich: Reifen platt, Stoßdämpfer ächzen

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Tiefe Schlaglöcher pflastern die Frankfurter Heerstraße in Praunheim. Autofahrer müssen rechtzeitig ausweichen, um schwere Schäden zu vermeiden.

Frankfurt – Tiefe Schlaglöcher zwingen Frankfurter Autofahrer zur Slalomfahrt. Bemerkt der Autofahrer die Krater, ist es häufig schon zu spät. Folgen: Die Reifenschäden nehmen stark zu. Doch auch andere Verschleißteile leiden. Werkstätten machen jetzt ein gutes Geschäft. Von Angelika Pöppel

Holger Wallenta, Pannenhelfer beim ADAC hilft bei Reifenschäden.

„Es wird immer schlimmer“, sagt Holger Wallenta. DerPannenhelfer vom ADAC warnt vor den tiefen Schlaglöchern und sieht auch so schnell keine Besserung. Die Stadt hat zwar in den vergangenen Tagen viele offene Stellen provisorisch geflickt. Doch nach dem nächsten Schnee brechen diese wieder auf und neue kommen hinzu.

Während sich Autofahrer ärgern, freuen sich Werkstätten über ein gutes Geschäft. Seit Januar kommen mehr Kunden, die Schäden am Fahrwerk beheben lassen, bestätigt Markus Meisner von Autoteile Unger.

Schäden an Autos nehmen deutlich zu

So entsteht ein Schlagloch: Durch Risse dringt Wasser unter den Asphalt. Bei Minusgraden gefriert das Wasser, dehnt sich aus und verursacht einen Hohlraum. Gefährlich wird es, wenn das Eis taut. Die Belastung durch den Verkehr führt dazu, dass der Hohlraum früher oder später einbricht.

Auch Pannenhelfer Wallenta erlebt seit Mitte Januar bei seinen Einsätzen in Frankfurt immer mehr Schäden an Reifen und Felgen. Für Wallenta ist klar: Die schlechten Straßen sind schuld. Wenn der Autoreifen in ein tiefes Loch knallt, kann dieser sofort Luft verlieren. Doch auch wenn der Reifen unbeschädigt bleibt, können andere Teile in Mitleidenschaft gezogen werden.

Durch die dauerhafte Belastung haben Stoßdämpfer, Querlenker und Federn eine geringere Lebensdauer. „Der Verschleiß ist durch die starken Straßenschäden viel höher“, sagt Wallenta. Er vermutet auch, dass viele Schäden erst im Frühjahr auftreten werden. Doch das sei später schwer nachzuweisen. Auch Gerhard Kammerer von Pitt Stop bestätigt das Stoßdämpfer und Teile der Radaufhängung schneller verschleißen. Auffällig mehr Reifenschäden müssen seine Mitarbeiter dagegen nicht beheben, sagt er.

Auf Anzeichen achten

Achten sollten Fahrer auf die Fahrspureinstellung: Wenn das Lenkrad schief steht, ist das ein Anzeichen für einen Schlagloch-Schaden. Markus Meisner rät auf den richtigen Luftdruck zu achten. Wenn zu wenig Luft im Reifen ist, kann die Felge schneller brechen.

Schon ab einer Tiefe von rund drei Zentimetern stellen Schlaglöcher eine ernste Gefahr für das Fahrzeug dar, sagt Meisner.

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