Auto während des Urlaubs abgeschleppt

Das kann jedem passieren: Plötzlich im Halteverbot

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Hans Joachim Volke aus Hainhausen zeigt, wo das provisorische Halteverbotsschild aufgestellt wurde.

Rodgau – Als die Eheleute Volke aus dem Ostfriesland-Urlaub zurückkommen, erwartet sie eine böse Überraschung. Ihr Auto wurde abgeschleppt. Jetzt müssen sie 200 Euro zahlen, obwohl sie ihr Auto in Hainhausen nicht im Halteverbot parkten. Von Angelika Pöppel

Nach dem Urlaub stand statt dem Auto ein Halteverbotschild an der Straße.

Schock nach dem Urlaub: Ihren Augen kaum trauen, konnten Hans Joachim und seine Frau Beate Volke, als ihr Auto nach der Rückkehr vor der Haustür verschwunden war. Sechs Tage war das Ehepaar verreist und nun müssen sie 200 Euro zahlen. „Wir parken unser Auto immer auf der Straße“, sagt Hans Joachim Volke. Doch in Abwesenheit des Ehepaares aus Hainhausen stellte eine Baufirma provisorische Halteverbotsschilder auf. Vor der Haustür der Volkes mussten die Arbeiter die Straße für Kanalarbeiten aufreißen. Und das Auto stand plötzlich im Weg. „Uns muss doch vorher jemand informieren!“, meint Volke.

Die Baufirma macht in der Regel drei Wochen vor Baubeginn mit Hinweiszetteln auf die Arbeiten aufmerksam“, erklärt Sabine Fischer von der Stadt Rodgau. Doch: Das ist keine Pflicht. Im Fall der Volkes stellte die Baufirma die Schilder mit Hinweiszettel drei Tage vor Baubeginn auf – zwei Stunden nachdem das Ehepaar abgereist war. „Wir hatten keine Zettel im Briefkasten. Auch von Nachbarn haben wir nichts gehört“, sagt Volke. Dabei hätten die Eheleute ihren Zweitwagen auch problemlos auf einem privaten Parkplatz direkt vor der Tür abstellen können. „Wir haben es einfach nicht gewusst“, sagt der Rodgauer verärgert. Deshalb hoffte er auch auf die Stadt und wandte sich an den Bürgermeister Jürgen Hoffmann. „Eine Anfrage beim Bauleiter ergab, dass in den betroffenen Straßenabschnitten Hinweiszettel verteilt wurden“, schreibt Hoffmann in einem Brief.

Verantwortlich gemacht werden kann der Bauleiter nicht. Dafür aber der Autofahrer. „Wenn das Auto im öffentlichen Raum steht, ist der Fahrzeughalter verpflichtet dafür zu sorgen, dass das Auto zum Beispiel in einem Notfall bewegt werden kann“, erklärt Stadtsprecherin Fischer. Gleiches gelte bei Einrichtung einer Baustelle. Im Klartext bedeutet das: Die Volkes hätten einem Nachbarn ihren Autoschlüssel da lassen müssen. Die Pressesprecherin fügt aber hinzu: „Ich gebe zu, dass das wohl die wenigsten Fahrzeugbesitzer wissen.

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