Tür auf, Rohr frei und Portemonnaie leer

Von Florian GröschOffenbach - Sie werben mit großen Anzeigen in den Gelben Seiten, um die Not der Menschen zu lindern - und machen sie oft genug noch größer: Elektro-, Schlüssel oder Rohrreinigungsnotdienste.

Nicht nur, dass sie im Verdacht stehen, ihre Kunden abzuzocken, sie sind auch nur schwer und teuer zu erreichen, wennâ??s mal Beschwerden gibt.

Man kennt das: Die Tür fällt ins Schloss, der Schlüssel in der Wohnung. Oder die Toilette ist verstopft, und das am Wochenende. Jetzt soll es schnell gehen, der Notdienst wird gerufen. Ein Blick in die Gelben Seiten, eine große Anzeige, die die Ortsgebundenheit des Notdienstes vorgaukelt und mit einer kostenlosen Rufnummer wirbt.

Meist sind vor dem Firmennamen mehrere Buchstaben notiert. Mit fünf Aâ??s landet man halt ganz vorne in der Liste und fällt auf - auch der Industrie- und Handelskammer Frankfurt. Die warnt auf ihrer Internetseite www.frankfurt-main.ihk.de vor solchen Maschen. Denn immer wieder gibt es Beschwerden über zu hohe Rechnungen. Gleichzeitig verweist die IHK auf seriöse Unternehmen. Die allerdings direkt bei einem der Notdienste loszuwerden ist schwierig und ebenfalls teuer. Denn nur die Auftragsannahme läuft über kostenlose 0800er Nummern. Bei Beschwerden geben die Call-Center-Mitarbeiter, denn bei denen landet der Anruf, teure 0900er oder Auskunftsnummern (11xxx) raus. Da kostet die Minute bis zu zwei Euro. Ein Fax kann mit bis zu 30 Euro zu Buche schlagen. So passierte es Karina Koch, die sich allerdings geschäftlich an den Abwasserverbund wenden wollte.

"Das ist deren Selbstschutz", sagt Michael Müller, Pressesprecher der Handwerkervermittlung. Die gehört zur Auskunft 11865, die unter anderem auch das Beschwerdemanagement von E-Plus betreibt.

Viele der Notdienst-Firmen wollen einfach nicht oder nur über sehr teure Wege erreicht werden. "Das ist Gang und Gebe", sagt Müller. Die Call-Center-Mitarbeiter geben dabei nur die vorgegebenen Rufnummern weiter. Müller: "50 Prozent davon sind gebührenpflichtig." Im Fall von Karina Koch war die Sache schnell geklärt, das Geld gibtâ??s zurück. "Ein Fehler des Mitarbeiters."

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare