Die Horror-Unfälle zwischen Hanau und Obertshausen reißen nicht ab

Angst auf der A3: Wann kracht’s das nächste Mal?

Ineinander verkeilte Lkw, Abschleppwagen und ein Bergungskran – solche Bilder gibt’s auf der A3 bei Obertshausen leider immer wieder. Bei diesem Unfall am 1. September starb eine Frau. Foto: Georg

Für die Angehörigen der Unfallopfer klingt’s wie Hohn: Das Unfallgeschehen in der Baustelle auf der A3 ist nicht auffällig, heißt es immer wieder von Hessen Mobil. Doch bei immer mehr Pendlern fährt die Angst mit. Axel Grysczyk

Region Rhein-Main – Vor dem Tannenmühlkreisel staut es sich morgens häufiger. Folge des hohen Verkehrsaufkommens? Nicht nur. Erste Pendler haben dem EXTRA TIPP am Telefon erzählt: „Wir fahren ab, weil wir nicht mehr durch diese Baustelle auf der Autobahn fahren wollen.“ Für Hessen Mobil übertrieben: Seit der Einrichtung der Baustelle auf der A3 im Sommer beschwichtigen sie. Immer wieder heißt es: „Keine zusätzliche Gefahr.“

Den tausenden Autofahrern, die diese Passage auf dem Weg zur Arbeit passieren müssen, wird’s dagegen immer mulmiger. Zu oft hat’s hier gescheppert. Wie am 1. September: Zwei Sattelzüge, ein Kleinlastwagen, ein Kleinbus und ein Auto fahren bei dichtem Verkehr ineinander. Eine 46 Jahre alte Frau stirbt, vier Menschen werden verletzt. Eine Woche später wird wieder Metall zerbeult, bohren sich wieder Fahrzeuge ineinander. Beteiligt sind diesmal zwischen Obertshausen und Offenbach zwei Lkw. Der eine Fahrer wird eingeklemmt, kann selbst die Rettungskräfte alarmieren und wird später verletzt ins Krankenhaus gebracht. Einen Tag scheppert’s wieder. Diesmal jedoch nicht direkt in der Baustelle, sondern davor. Nach Angaben der Polizei hat sich wegen des hohen Verkehrsaufkommens auf der A3 ein Rückstau vor der Baustelle gebildet. Auf der Strecke in Richtung Köln bemerkt ein Lkw-Fahrer dann das Stauende zu spät und drückte so drei vor ihm stehende Sattelzüge ineinander. Ein Fahrer wird dabei leicht verletzt. Der Unfall ereignet sich in der Nähe der Anschlussstelle Hanau und Obertshausen, in der Gemarkung Rodgau.

Drei Leichtverletzte und rund 80.000 Euro Sachschaden gibt’s am 26. September. Ein roter Kastenwagen zieht am Ende der Baustelle in Richtung Würzburg plötzlich von rechts auf die mittlere Spur und übersah dort ein Auto. Die Unfallbeteiligten finden sich links in der Betonmauer wieder. Ein Sprecher der Autobahnpolizei bestätigt: „Das sind nur die größeren Unfälle. Abgefahrene Spiegel, oder Rempler gibt es da öfter.“

In dieser Woche dann wieder ein Toter. Bei Bauarbeiten am Rande der Fahrbahn rammt ein Baustellenfahrzeug in der Nacht zum Dienstag einen Stützpfeiler der Brücke zwischen den Anschlussstellen Offenbach Süd und Obertshausen. Daraufhin kippt die tonnenschwere Stahlbrücke auf die Fahrbahn. Ein 51-Jähriger aus der Nähe von Fulda sieht das Hindernis nicht rechtzeitig und kracht mit seinem Auto hinein. Er wird in seinem Fahrzeug eingeklemmt und stirbt noch am Unfallort.

Bis zum November müssen Autofahrer weiterhin erhöhte Aufmerksamkeit walten lassen. Dann soll die Baustelle beendet sein. Die ganze Region hofft, dass bis dahin keine weiteren schwere Unfälle passieren.

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