Angst vor dem Feuerteufel

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An dieser Stelle stand die Gartenhütte von Achim S. (links). Sie ist komplett abgebrannt. 

Frankfurt - Immer wieder brennt es in Sindlingen. Vor allem Mülltonnen und Gartenhütten stehen in auffälliger Regelmäßigkeit in Flammen. Die Anwohner rund um die Edenkobener Straße sind hilflos und verunsichert. Von Dirk Beutel

Seit Monaten schon brennt es immer wieder in Sindlingen. Nachts gehen die Sirenen und meist brennt es in unmittelbarer Nähe. Melanie L. und ihre Nachbarn sind verunsichert. Zu der allgemeinen Angst kommt der materielle Schaden der Brandopfer. Vor allem Gartenhütten aber auch Mülltonnen und Heuballen sind regelmäßige Ziele des Feuerteufels, der im Viertel immer Nachts sein Unwesen treibt.

Eine kürzlich brennende Mülltonne hat sogar eine ganze Hausmauer in Mitleidenschaft gezogen.

Die Polizei schließt einen Zusammenhang zwischen den zahlreichen Bränden, die zwischen Dezember bis Mai in Sindlingen stattgefunden haben, nicht aus. Sie geht in den meisten Fällen von Brandstiftung aus. Ob allerdings eine Jugendgruppe, die in anderen Medien bereits für die Brände verantwortlich gemacht wurde, hinter den Taten steckt, bleibt für die Polizei noch unklar: „Für eine Beteiligung von Jugendlichen der Gruppe Los Achos konnte bislang ein konkreter Tatverdacht nicht erhärtet werden. Entsprechende Ermittlungen dauern derzeit an“, sagt Polizeisprecher Alexander Kießling.

Eine der ersten Gartenhütten, die abgebrannt sind, ist die von Achim S.. Bis zu 6000 Euro schätzt er seinen Schaden. Trotzdem will er wieder eine neue Hütte aufbauen. Auch auf die Gefahr hin, dass sie wieder das Ziel des Feuerteufels werden könnte.

Sogar das nahegelegene Seniorenzentrum in der Edenkobener Straße blieb nicht verschont. Dort brannten die Mülltonnen. Genauso wie nur wenige Meter an einem Wohnhaus gegenüber. Dort haben die Flammen vor drei Wochen sogar den Putz vom Mauerwerk eines Wohnhauses gelöst. „Es ist auffällig, dass so viele der Brände gerade im Zentrum dieser Straße gelegt wurden“, sagt Melanie L.

Und auch kein Wunder für sie. Denn hinter den Grundstücken rund um die Edenkobener Straße sind zahlreiche Schotterwege, die gute Fluchtwege sind. Verwinkelt und schwer einsehbar. Aber die Polizei verrät: „Der Kontrolldruck wird durch vermehrte Aktionen, wie etwa erhöhte Streifentätigkeiten, in den genannten Bereichen erhöht“, sagt Kießling.

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