Ampel-Wahnsinn kann für Dietzenbach teuer werden

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Kein Einzelfall: Anstatt einen kilometerweiten Umweg zu fahren, umfährt der Fahrer dieses Transporters einfach Ampel und Rotlichtblitzer .

Dietzenbach – Wohl kaum eine andere Ampel in Deutschland wird so oft ignoriert wie die in der Dietzenbacher Waldstraße. Kein Wunder. Sie zeigt zwölf Stunden lang Rot. Jetzt gibt‘s Ärger vom Land Hessen. Die Verkehrsregelung verstößt gegen Zuschuss-Richtlinien. Muss die klamme Kreisstadt 600.000 Euro zurückzahlen? Von Norman Körtge

Kein Einzelfall: Anstatt einen kilometerweiten Umweg zu fahren, umfährt der Fahrer dieses Transporters einfach Ampel und Rotlichtblitzer.

Der EXTRA TIPP hatte über die Zustände an der Dietzenbacher S-Bahn-Unterführung in der Waldstraße vor einigen Monaten berichtet (siehe Ausriss). Dort ist seit Ende 2003 die Einbahnstraßen-Ampel in Betrieb. Sie sorgt dafür, dass man morgens nur zum Gewerbegebiet und nachmittags nur in Richtung Hauptstraße fahren darf. Um null und um zwölf Uhr wechseln die Richtungen. Verhindert werden soll damit der Schleichverkehr durchs Steinberger Wohngebiet. Seit Dezember 2005 wird das durch zwei Rotlicht-Blitzer auf beiden Seiten überwacht.

Viele umfahren einfach die Ampel

Doch viele lassen sich von den Blitzern – die nur unregelmäßig mit einer Kamera bestückt sind – nicht abschrecken. Sie umfahren einfach den Bereich mit der Kontaktschleife (siehe Fotos links). Innerhalb einer knappen Stunde beobachtet der EXTRA TIPP vier Rotlichtsünder, 13 weitere Autofahrer wendeten entnervt und fuhren zurück. Die meisten davon mit auswärtigem Kennzeichen. Mehr als 100.000 Euro hat die Kreisstadt in die Ampelanlage samt Blitzern investiert.

Kein Einzelfall: Anstatt einen kilometerweiten Umweg zu fahren, umfährt der Fahrer dieses Transporters einfach Ampel und Rotlichtblitzer.

Doch jetzt könnte diese Lösung die Stadt viel mehr Geld kosten. Das Land Hessen hatte den Bau der S-Bahnunterführung mit 600.000 Euro bezuschusst. Laut Richtlinien muss die Straße aber zweispurig befahrbar sein. Das ist sie durch die Ampel nicht mehr. Deshalb muss eine andere Lösung her oder die Stadt muss den Zuschuss zurückzahlen.

Rogg ist zuversichtlich

Für die Stadt wäre das eine finanzielle Katastrophe. Aber Bürgermeister Jürgen Rogg ist zuversichtlich, dass die Stadt bis Mitte des Jahres ein Konzept vorlegen kann, dass im Einklang mit den Richtlinien steht.

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