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Frankfurter, warum geht ihr über Rot?

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Ingrid Hofmann deutet fassungslos auf einen Rotlicht-Sünder an der Rohrbachstraße.

Frankfurt – Frankfurts schlimmste Fußgängerampel steht an der Rohrbachstraße. Täglich gehen dort hunderte Kinder über die Straße. Und täglich laufen dort zig Erwachsene bei Rotlicht. Eine Anwohnerin schlägt Alarm und fragt die Frankfurter: „Warum lauft ihr ständig über Rot?“. Von Christian Reinartz

Kennen auch Sie Ampeln, bei denen Fußgänger ständig das Rotlicht missachten? Schreiben Sie uns Ihren Kommentar dazu!

Halt’s Maul, du Arschloch!“ – Das war es, was ein Passant Ingrid Hofmann antwortete, als sie ihn ansprach. „Ich habe nur gesagt, dass sein Verhalten kein Vorbild für die wartenden Kinder ist.“ Als sie sich an die Szene erinnert, bekommt die 76-Jährige Tränen in die Augen. Tränen der Wut, aber auch Tränen der Verzweiflung. Denn Hofmann geht es um die Sicherheit der Kinder auf ihrem Schulweg. „Und die ist in Gefahr, wenn hier die Erwachsenen ständig das Falsche vormachen.“ Augenscheinlich ist die Situation vor Ort prekär: Auf einer Straßenseite eine große Schule mit angeschlossenem Kinderhort. Vormittags und am frühen Nachmittag queren aberhunderte Jugendliche die Rohrbachstraße auf ihrem Schulweg, oder wenn sie sich in den Pausen etwas zu essen kaufen möchten.

Allein diese Konstellation birgt an der stark befahrenen Rohrbachstraße schon genug Gefahren. „Aber die vielen Leute, die hier ständig bei Rot laufen, machen alles nur noch schlimmer“, regt sich Ingrid Hofmann auf. Sie beobachtet das Treiben täglich und ist entsetzt. „Die meisten kümmern sich nicht um die Ampel.“ Und wirklich: Innerhalb von 15 Minuten wechseln zur Mittagszeit 13 Erwachsene, inklusive einer Rollstuhlfahrerin bei Rot die Straßenseite, während die Schulkinder artig auf das grüne Männchen warten. „Da dauert’s doch nicht lange, bis die das nachmachen“, sagt Hofmann. „Aber kontrolliert hat die Stadt hier noch nie.“

Zwei Rotmännchen für mehr Wirkung?

Thomas Reinecker, Sachgebietsleiter des Straßenverkehrsamts, kann die Beobachtung nicht nachvollziehen. „In der letzten Zeit sind uns keine Beschwerden zu Ohren gekommen.“ Die letzte Überarbeitung dieses Ampelbereichs liege zwei Jahre zurück. Auch eine Häufung von Unfällen sei dort nicht zu verzeichnen. Knöllchen für Rot-Sünder würden kaum vergeben, seien aber theoretisch möglich. Thomas Reinecker will sich die Situation jetzt vor Ort anschauen und gegebenenfalls handeln: „Es hat sich an anderen Stellen gezeigt, dass eine Ampel mit einem doppelten Rotmännchen mehr Wirkung hat.“

Ingrid Hofmann beruhigt dieses Versprechen nur wenig: „Die Leute pfeifen doch auf jede Ampel. Das einzige, was die abschrecken würde, wären strikte Kontrollen.

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