Ärger über Matschpisten

Von Norman Körtgebr /Offenbach - Lückenschluss beim "Grünring vom Main zum Main", Edelsplitt für den Radweg entlang der Daimlerstraße. Für Radfahrer in Offenbach scheint trotz regnerischen und stürmischen Wetter ein goldener Herbst angebrochen zu sein.

Doch sobald sie den Industriebahnradweg oder den Mainuferweg befahren, hört der Spaß auf. Denn bei Regen verwandeln sie sich stellenweise in Matschpisten. Sehr zum Ärger für Berufspendler auf zwei Rädern.br /"Offenbach ist keine fahrradfeindliche, aber auch keine fahrradfreundliche Stadt", sagt Willi Ernst, Vorsitzender des ADFC für Offenbach. Seit knapp 17 Jahren hat er das Amt inne und kann die Entwicklung beschreiben. "Leider ist es so, dass viel geredet und zu Papier gebracht, aber dann nicht umgesetzt wird", berichtet er.br /Der Grund ist klar: die prekäre finanzielle Lage der Stadt Offenbach. Auf knapp drei Millionen Euro belaufen sich die Investitionen, die im 2007 vorgelegten Radverkehrskonzept aufgeführt sind. 37 Maßnahmen sind dort aufgelistet. Gut neun Kilometer Radwege beziehungsweise -fahrstreifen sollen das derzeit knapp 20 Kilometer lange Radfahrnetz ergänzen. Hinzu kommen diverse bauliche Maßnahmen und Beschilderungen.br /Das die komplette Umsetzung illusorisch ist, weiß der ADFC. Aber es gibt dringliche Sachen. "Einige Wege verwandeln sich bei Regen in Matschpisten", berichtet Phil Goldbecker, stellvertretender ADFC-Vorsitzender. Für Berufspendler auf dem Rad sei dies besonders ärgerlich. Zum Beispiel der Mainuferweg zwischen Kaiserleikreisel und Gerbermühle. Erst ab der Stadtgrenze zu Frankfurt ist der Weg wieder asphaltiert.br /Ein ähnliches Bild auf dem beliebten und stark frequentierten Industriebahnradweg. Doch hier scheint Besserung in Sicht. "In den Haushalt 2009 sollen entsprechende Mittel eingestellt werden", verspricht Oberbürgermeister Horst Schneider. Mit dem Geld soll der Radweg allwettertauglich gemacht werden.br /Für enorm wichtig haltes es Willi Ernst und Phil Goldbecker, dass endlich eine Beschilderung der Radhauptrouten erfolgt. "Nur Ortskundige wissen, dass es parallel zur Waldstraße schönere Wege für Radfahrer gibt, um ins Stadtzentrum zu kommen", sagt Goldbecker. Deshalb seien Schilder wichtig. Ein Konzept dafür gibtâ??s: An 94 Standorten müssten 430 Hinweisschilder aufgestellt werden. Kosten rund 40.000 Euro.br /Relativ schnell umzusetzen sei es auch, dass Fahrradfahrer auch in entgegengesetzter Richtung in einer Einbahnstraßen fahren dürfen. "Der Wilhelmsplatz ist aus östlicher Richtung nur sehr schwer zu erreichen", sagt Ernst. Schade für die Besucher des Wochenmarktes, die auf zwei Rädern kommen. Ebenso mangele es dort an Abstellplätzen. "Vielleicht ändert sich das ja mit der geplanten Umgestaltung", hofft Ernst.br /Ein leidiges Thema ist auch die Fußgängerzone in der Frankfurter Straße. Dort dürfen Radfahrer nach heftigen Diskussionen nur noch außerhalb der Geschäftszeiten fahren. "Da lachen meine Frankfurter Freunde drüber", erzählt Goldbecker. In Frankfurt sei das nämlich erla

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