Ärger mit der Post: Reise-Kataloge spurlos verschwunden

Mit dem Ärger sind Liane Hammerschmid und ihre Kunden nicht alleine. In den vergangenen Wochen ist immer wieder über Zustellprobleme in der Region zu hören und zu lesen gewesen.

Aus Dietzenbach, Rodgau und Mühlheim gab es Beschwerden, dass teilweise tagelang der Briefkasten leer blieb, obwohl Post erwartet wurde."Dort wohnen auch überall unsere Kunden", berichtet Hammerschmid. Schlimm ist für sie vor allem die Ungewissheit. Wer hat den Prospekt bekommen und wer nicht.

 Ihre Beschwerde bei der Post blieb erfolglos. Sie konnte sowohl in der Postfiliale als auch im Briefzentrum keine Fehler feststellen.

Um so mehr ärgert sich Hammerschmid über einen Satz in dem Postschreiben: "… und bedauern, dass Sie den Eindruck hatten, dass die von Ihnen im Februar eingelieferten Infopostsendungen teilweise Ihre Empfänger nicht erreicht haben." Für die Hanauerin eine Frechheit: "Ich habe nicht den Eindruck, es ist Fakt, dass die Kataloge nicht bei allen meinen Kunden angekommen sind", sagt sie erzürnt. Alleine aus Offenbach hat sie zwölf Rückmeldungen, dass nichts angekommen ist. Sie vermutet, dass die in Klarsicht-Umschlägen verschickte Kataloge von überforderten Briefträgern einfach für Werbung gehalten worden sind und nicht verteilt wurden.

In Dietzenbach war ein Fall bekannt geworden, in dem eine Zustellerin ihre Strecke nicht schaffte und die Briefe in ihrem Spind versteckte.

Post-Pressesprecher Alexander Böhm verschweigt nicht, dass es in der Vergangenheit Probleme mit der Zustellung gegeben hat. Das Wetter sei sei Wetter schuld gewesen. Hinzu kam ein hoher Krankenstand unter den Zustellern. Dies habe dazu geführt, dass viele Aushilfen die Post zustellen mussten."Ein Stammzusteller kennt natürlich sein Gebiet wie aus dem Effeff. Das kann von einer Aushilfe oder von einem Kollegen der einspringt nicht erwartet werden", sagt Böhm. Doch mittlerweile soll sich die Situation beruhigt haben, von einer großen Personalfluktuation wird nicht mehr gesprochen. Wobei es immer wieder vorkommen kann, dass neue Briefträger erst in der Praxis merken, dass es ein anstrengender Beruf ist und wieder kündigen. "Es sind nicht immer 23 Grad", sagt Böhm.Auch das die Zustellbezirke in regelmäßigen Abständen neu vermessen werden sei normal. "Natürlich reagieren wir auch sofort, wenn unsere Zusteller sagen, es ist nicht zu schaffen", berichtet Böhm. Durch die Neuaufteilung kann es allerdings sein, dass Kunden, die früher morgens die Post bekommen haben, diese nun erst mittags im Briefkasten haben.

Der Fall von Liane Hammerschmid bleibt unaufgeklärt. Wie Pressesprecher Alexander Böhm mitteilt, sind bei der Post keine Unregelmäßigkeiten aufgetreten. Für Hammerschmid kein Trost. Am Donnerstag war sie wieder mit einer Reisegruppe unterwegs. Drei Teilnehmer hätten den Sommer-Katalog nicht bekommen.

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