Tote, Geisterfahrer, Dauer-Staus, Lärm-Terror

Die Autobahn 661 ist die Horror-Piste der Region

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Alltägliches Bild: Die A 661 ist dicht. Aber nicht nur im Berufsverkehr. Schon ein kleiner Unfall genügt, und die schmale Autobahn ist verstopft.

Region Rhein-Main – Tote, Geisterfahrer, Dauer-Staus, Lärm-Terror: Die Autobahn 661 ist die Horror-Piste der Region. Und zeitgleich deren Lebensader. Von Christian Reinartz

Sie ist nur gut 37 Kilometer lang. Trotzdem macht keine Autobahn im Rhein-Main-Gebiet mehr negative Schlagzeilen als die A 661. Aber fast keiner will auf sie verzichten. Eine Hassliebe. Denn täglich bringt sie hunderttausende Menschen zur Arbeit, oder zum Shoppen in die City. Trotzdem scheint nirgendwo mehr im Argen zu liegen, als auf der Strecke zwischen Egelsbach und Oberursel.

Geisterfahrer: Die 661 gehört was Geisterfahrer angeht zu den gefährlichsten Strecken Deutschlands. Das meldete der ADAC erst im Dezember. Allein in den Jahren 2010 und 2011 sind dort 50 Falschfahrer gemeldet worden. Besonders gefährlich: Die Falschfahrer-Falle in Höhe Friedberger Landstraße. Laut Polizei sei die Auffahrt in Richtung Egelsbach verwirrend. Dort gibt es vier Abfahrtsspuren und eine Auffahrtsspur, sodass öfter die falsche gewählt werde.

Tote und Verletzte: Mindestens zwölf Todesopfer hat die 661 in den vergangenen fünf Jahren gefordert. Das geht aus der Polizeistatistik hervor. Die Zahl der Schwerverletzten liegt noch wesentlich höher. Angesichts der vielen dramatischen Unfälle ist es ein Wunder, dass nicht noch mehr Menschen dort ihr Leben gelassen haben. Einziger Pluspunkt laut Verkehrsexperten: Die 661 ist durch ihre bauliche Enge nicht zum Rasen ausgelegt. Unfälle bei sehr hohen Geschwindigkeiten sind deswegen selten.

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Das sind die schlimmsten Unfälle auf der A661

Dauer-Staus: Wer an die 661 denkt, denkt zwangsläufig auch an nervtötende Staus. Der Bereich zwischen Offenbacher Kreuz und Preungesheimer Dreieck ist laut Hessenmobil der schlimmste. Zu den Stoßzeiten geht dort oft nichts mehr. Das gilt auch für die Gegenrichtung vom Dreieck bis Kaiserlei. Doch nicht nur im Berufsverkehrs staut es sich. Kaum, dass ein Unfall geschieht, ist die ohnehin schon sehr enge Autobahn verstopft.

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Der Wahnsinn geht weiter

Rund 2000 Geisterfahrer jährlich

Lärm-Terror: Über 160.000 PKW und 11.000 Laster pro Tag. Klar, dass die Anwohner sauer sind, denn der Dauer-Lärm nervt gewaltig. Seit langem streiten sie sich mit der Politik über den Lärm. Sogar ein Aktionsbündnis mit dem vielsagenden Namen „Unmenschliche Autobahn“ hat sich gegründet und fordert die teilweiseEinhausung der 661.

Die Betroffenen leiden aber nicht nur unter der fehlenden Nachtruhe oder dem ständigen Fahrgeräusch, sondern auch unter der Wertminderung der Immobilien.

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