Von wegen schnell verdientes Geld: Finanzagenten unter Terrorverdacht

Von Norman Körtgebr /Offenbach - Mit der Aussicht auf leicht verdiente Euro landen immer häufiger zuvor unbescholtene Bürger im Visier des Bundeskriminalamtes (BKA).

Grund: Sie haben sich als "Finanzagent" missbrauchen lassen, Geld aus Straftaten "gewaschen" und eventuell den internationalen Terrorismus unterstützt.br /Die Masche ist laut BKA immer dieselbe: Seriös wirkende Inserenten, meist aus Osteuropa, wenden sich per E-Mail oder durch (Zeitungs-)Inserate an deutsche Bankkunden. Für eine Provision zwischen fünf und zehn Prozent sollen sie als "Finanzagent" tätig werden. Ihre Aufgabe: Eine auf ihr Konto eingezahlt hohe Geldsumme schnellstmöglich per "Western Union" weiterleiten. Das geht in wenigen Minuten und ist kaum nachzuverfolgen .br /Der deutsche Biedermann, der sich auf die Durchleitung zum Teil horrender Summen über sein Konto ins Ausland einlässt, wird dabei aber selbst zum Kriminellen. Denn das Geld stammt aus Kreditkarten-, Ebay- oder Internetbetrügereien (Phishing). Der "Finanzagent" wird zum Geldwäscher.br /Dafür drohen hohe Geldbußen und Haftstrafen zwischen sechs Monaten und zehn Jahren. Hinzu kommen Zivilklagen auf Rückzahlung und Schadensersatzforderungen.br /Die Anonymität des Internets ist trügerisch. Denn alle Banken sind nach dem Geldwäsche-Gesetz verpflichtet, eine Verdachtsanzeige gegen ihre Kunden zu erstatten, sobald bestimmte Voraussetzungen - etwa nach Art und Weise der Kontoführung oder des Geschäftsgegenstandes - erfüllt sind. So kam es laut BKA 2006 bundesweit zu 10.051 Verdachtsanzeigen gegen Kontoinhaber; 22 Prozent mehr als 2005.br /Während das BKA in solchen Anzeigen eine "wichtige Grundlage zur Bekämpfung der Geldwäsche und der Terrorismusfinanzierung" sieht, erfahren die Betroffenen davon erst, wenn Ermittler und Staatsanwälte schon an der Haustür klingeln.br /Damit es gar nicht so weit kommt, rät Michael Cordey vom Polizeipräsidium Südosthessen: "Finger weg! Überall da, wo man mit wenig Arbeit an viel Geld kommen kann, ist etwas faul. Und wer mitmacht, macht sich strafbar." Im Zweifelsfall die Polizei-Hotline unter Tel.:  0800/3110110 anru

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