Jahresrückblick

Das waren die ganz persönlichen Highlights 2015 der EXTRA TIPP-Redaktion!

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EXTRA TIPP Volontärin Franzi Jäger

Region Rhein-Main - Auch die EXTRA TIPP-Redaktion schaut aufn das Jahr 2015 zurück und berichtet über die persönlichen Geschichten hinter ihren Geschichten.

Mit Made im Kopf am Schreibtisch

Lesen Sie hier alle  Geschichten:

Wenn Horror-Nachbarn das Haus terrorisieren

Auf Erlebnistour beim echten Blind Date

Halteverbot: Rentner zeichnet Verkehrszeichen auf die Straße

Lebenspartner tot: 65-Jährige wartete elf Stunden auf den Arzt

Blick aufs Handy macht krank

Bettel-Meile Zeil: Wie einfach ist es wirklich?

Kurz vor Halloween schockte mein Anblick die Kollegen im Verlagshaus: Mit blutverschmiertem Gesicht, einem klaffenden Loch in der Wange und Hautfetzen, hinter denen eine Made hervorlugte, schlenderte ich durch die Flure – bei bester Gesundheit. Denn kurz zuvor hatte mich Maskenbildnerin Mareike Biek, die sonst die Zombies für den Gruselparcours der Eppertshausener Thomashütte schminkt, in eine Untote verwandelt. Und das innerhalb kürzester Zeit und mit ganz einfachen Mitteln – ein super Schminktipp auch für weniger Kreative. Auf der Rückfahrt im Auto in Richtung Redaktion dann ein mulmiges Gefühl: Darf ich derart zugerichtet überhaupt im Fahrzeug sitzen? Erschreckt mein Anblick vielleicht die Omi, an der ich gleich vorbeifahre? Ein paar verwunderte Blicke erntete ich, doch das Bedürfnis, den Notarzt zu rufen, verspürte glücklicherweise niemand. Und auch der Arbeitstag am Schreibtisch ließ sich mit der klebrigen Aufmachung gut aushalten. Allein das Abschminken gestaltete sich ein wenig schmerzhaft: Beim Entfernen des Latex-Kosmetiktuch-Gemischs gingen wohl auch ein paar Zentimeter echter Haut mit drauf.

Von Franziska Jäger

Video: Zombieverwandlung mit dem EXTRA TIPP

Region Rhein-Main - EXTRA TIPP-Volontärin Franziska Jäger wurde von Foto- und Airbrush-Künstlerin Mareike Biek mit ganz einfachen Mitteln zum Zombie geschminkt.

Zum Video

Wenn Horror-Nachbarn das Haus terrorisieren

Besonders gepackt hat mich die Geschichte einer Seligenstädter Hausgemeinschaft, die sich von ihrer Nachbarin nicht nur belästigt, sondern auch bedroht fühlt: „Es fing damit an, dass unsere Nachbarin abends plötzlich in meinem Garten vor dem Fenster meines Sohnes stand und einfach nur hineinguckte. Immer wieder“, erzählte mir Michelle G. Mitte Oktober. Da wusste ich: Hier handelt es sich nicht nur um einen etwas schärferen Streit unter Nachbarn, sondern um richtigen Psychoterror. Und die Tatsache, dass die zehn Haus-Parteien so gut wie nichts gegen ihre lärmende und übergriffige Mitbewohnerin unternehmen konnten, weil es an Beweisen mangelte, hat auch bei mir ein Gefühl der Ohnmacht hinterlassen. Ich wünsche mir, dass sich unter diesen Nachbarn alles zum Guten wendet

Von Christina Langenbahn

Ein sexy Selbstversuch

Irgendwas zwischen verwirrt und fasziniert. Konkreter kann ich meine Erfahrung, die ich beim Blind Speed Dating von Erotik-Coach Christine Janson gemacht habe, nicht schildern. Sich in einem Hotel verabreden, um dort von einer Dame begrüßt zu werden, die mir eine Augenbinde über den Kopf streift, in einen unbekannten Raum mitnimmt, in dem fremde Menschen schon auf mich gewartet haben, hat schon etwas aus dem Hollywood-Erotikfilm „Eyes Wide Shut“. Geheimnisvoll, etwas verrucht, gepaart mit einem großen Schuss Neugier meinerseits. Eine Atmosphäre, die bis zum Ende dieses Abends andauern wird. Sechs Männer und sechs Damen lernen sich kennen, ohne sich zu sehen. Statt dessen soll die Partnerin in meinem Fall, erfühlt und ertastet werden. Der Small Talk wird ausgesperrt. Alles was zählt, ist die Anspannung abzulegen, auf Tuchfühlung zu gehen und zu flirten. Ich habe etwas Zeit gebraucht, um mich auf diese Erlebnistour einzulassen. Hat sich aber gelohnt. Es war intensiv. Trotz Augenbinde. Auch wenn ich mir am Anfang fehl am Platz vorkam und alles für einen schlechten Scherz gehalten habe.

Von Dirk Beutel

Ich hatte da nur eine einzige Frage

Langer Tag im Büro, zum Abschluss fahre ich in Schaafheim vorbei. Am Telefon verriet uns ein Mann, dass ein Rentner selbst Zick-Zack-Halteverbotslinien auf die Straße gemalt hat. Hintergrund: Er könne so besser ausparken. Schöne Story. In der genannten Straße entdecke ich die Zick-Zack-Linien sofort. Saubere Arbeit. Ich klingele beim vermeintlichen Maler. Er tut geheimnisvoll, bittet mich in den Hof. Ich frage ihn, wer das Halteverbot aufgemalt hat. Zunächst leugnet er. Dann ein Redeschwall: Die Polizei habe ihn gebeten, die Zeichen aufzumalen. Dann sagt er, sie wären schon immer da, die Gemeinde habe ihn gebeten, sie nachzumalen. Dann wirft er ein, ohne die Zeichen sei er in seiner Einfahrt gefangen, weil er nicht ausparken könnte. Er ist nicht zu stoppen, weitere Argumente für seinen Eingriff in den Straßenverkehr folgen. Ich lasse es über mich ergehen. Dann droht er, mich anzuzeigen, wenn ich etwas Falsches schreibe, wenn ich nochmal komme und so weiter. Ich hatte nur eine einzige Frage gestellt.

Von Axel Grysczyk

Arzt kam nicht: Elf Stunden neben der Leiche gewartet

Sie ist kaum zu verstehen, als sie mit tränenerstickter Stimme bei mir in der Redaktion anruft. Monika Disser aus Neu-Isenburg berichtet eine unglaubliche Geschichte: Disser sitzt die ganze Nacht am Bett ihres Lebensgefährtens Werner. Der ist schwer krank, ringt mit dem Tod. Um 3.20 Uhr gibt er auf. Disser wählt die Nummer der Notdienstzentrale in Dietzenbach, wird aber vertröstet. In den folgenden elf Stunden wacht sie neben der Leiche, bettelt immer wieder per Telefon, dass ein Arzt vorbeikommen möge, um den Tod festzustellen. Vergeblich. Erst um 14.20 Uhr, elf Stunden später, fährt ein Mediziner vor. Die Pfarrerin hat einen organisiert. Die Notdienstzentrale hat sich bis dahin immer noch nicht gemeldet. Es kostet mich zwei kurze Anrufe und der Artikel steht. Landesärztekammer und Kassenärztliche Vereinigung verurteilen die Vorfälle. Doch was bringt das Monika Disser. Sie muss die schrecklichen Stunden trotz allem verarbeiten. Mir geht diese Geschichte noch heute an die Nieren.

Von Christian Reinartz

So krank machen Smartphones

Ich bin jemand, der sein Smartphone sehr intensiv und gerne benutzt. Whatsapp, Facebook oder die neuesten Hiobsbotschaften über meine Eintracht hab ich so schneller im Blick. Nicht selten glotze ich tief mit dem Kopf gebeugt nach unten aufs Handy. Ein schwerer Fehler! Das weiß ich seit meinem Treffen mit Fitnesstrainer Harry Kakas. Unfassbare 30 Kilo wirken beim Smartphone-Glotzen auf den Nacken. Bandscheibenschmerzen, Sprachprobleme, Tinitus, massive Sehschwächen und Schwindelanfälle können die Folgen sein. Mich hat das geschockt, aber frühzeitig gewarnt. Denn: Ich ertappe mich, dass ich meine Haltung kontrolliere, wenn ich aufs Smartphone blicke und versuche den Kopf gerade zu halten. Zugegeben: Geht es um die Eintracht folgt oft weiterhin ein Kopfschütteln von links nach rechts.

Von Oliver Haas

Was trägt man als Bettler auf der Straße?

Selbst einmal auf der Straße sitzen und um Almosen betteln – das wollte ich testen. Die erste Frage: Was zieht man da eigentlich an? Ich entschied mich für eine verwaschene Jogginghose, eine alte Jacke und eine noch ältere Mütze. Die Gassi-Geh-Schuhe einer Freundin kamen auch mit – und der Hund. Noch jede Menge Öl in die Haare und los ging’s. Schon auf dem Weg zur Zeil, werde ich gemustert, angestarrt. Ich denke: Das nimmt mir doch keiner ab! Doch als ich mich umschaue, bemerke ich, dass andere Bettler sogar gepflegter aussehen als ich. Und die mitleidigen Blicke der Passanten sprechen auch eine klare Sprache. Am Ende des Tages habe ich so viel Mitgefühl erfahren. Mein Fazit: Der beste Selbsttest, den ich je gemacht habe!

Von Angelika Pöppel

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