Isch lieb' Disch, isch lieb' Disch net

Offenbach - Mit unserem Aufkleber "Offebach, Isch lieb Disch" hat der EXTRA TIPP in der vergangenen Woche eine Riesen-Diskussion losgetreten. Viele Leserbriefschreiber haben ihre tiefe Zuneigung über die Lederstadt ausgedrückt.

Doch es hat auch andere Meinungen gegeben.

Für Thomas Jockel ist die Imagebildung zu oberflächlich. Er schreibt in seinem Brief, dass wenn man einmal mit einem Bier in der Hand gesehen wird, gleich seinen Ruf weg hat. Und weiter: "Auch wenn Du am nächsten Tag wissenschaftliche Bücher liest, Du bleibst ein Arbeiter." Bernhard Palme geht noch einen Schritt weiter und kann - wie einige Leser - die Diskussion überhaupt nicht verstehen (siehe auch unsere Fotoauswahl). Er schreibt: "Ich habe noch nie gehört, dass jemand Offenbach asozial findet. Im Gegenteil: Viele sagen, in Offenbach herrsche eine tolerantere und lustigere Atmosphäre als in Frankfurt."

Doch es hat auch kritische Stimmen gegeben. Für Werner Fischer (aus Heusenstamm!) muss der Ausländeranteil verringert und die Qualität der Geschäfte erhöht werden. Für Frau Meder, eine Ex-Offenbacherin, sei es eine Stadt ohne Herzschlag, ohne Flair. Und Roland Lippert regt sich darüber auf, dass es an vielen Stellen dreckig sei. Eine Sozialarbeiterin, die nicht geannt werden will, macht auch die Politik verantwortlich. Es würden zu viele soziale Brennpunkte geschaffen. Ihr Beispiel ist Waldhof. Zitat: "Zu viele unterschiedliche Problemgruppen wurden auf einem Gebiet angesiedelt. Ausländer, Lohwälder und Hartz-IV-Empfänger."

Auch die SPD hat eine Stellungnahme geschickt. Stadtverordneter Erich Strüb meint, dass es dem in unserem Artikel zitierten Alfred Kayer nur um Polemik und Stammtischparolen geht. Besser für Offenbach sei, gemeinsame Lösungen zu finden und gemeinsam für die Stadt zu werben. agk

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