Gleiten, wo andere knattern

Von Norman Körtgebr /Region Rheinmain - Strahlend blauer Himmel, die Sonne scheint und ich gleite nahezu lautlos durch die Region - mit bis zu 45 Stundenkilometern. Kein knatternder Motor stört, keine stinkenden Abgase, keine Schweißeperlen laufen den Rücken runter.

Nur ein leises Surren ist zu hören. Mit einem Elektro-Roller gehtâ??s quer durchs Verbreitungsgebiet des EXTRA TIPPs. Ein Härtetest.br /"Lautlos durch Rhein-Main" ist nicht nur ein Firmenname, sondern Programm bei Guido Engel aus Dreieich-Götzenhain. Mit dem Vertrieb von Elektrofahrrädern und -rollern will er die vom Bundes-Verkehrsministerium auserkorene hiesige "Modellregion Elektromobilität" mit Leben füllen. Nicht nur mit Zweirädern, sondern auch mit dem Aufbau einer Infrastruktur in Form von Elektro-Tankstellen. "Ich habe bereits mit einigen Kommunen Gespräche geführt. Das Interesse ist groß", berichtet Engel. Auch die potenziellen Nutzer gilt es mit dem Angebot von Probefahrten mit der Elektromobilität vertraut zu machen und vorhandene Vorurteile oder Berührungsängste abzubauen.br /Die hat der EXTRA TIPP nicht, und Redakteur Norman Körtge macht den Härtetest: Vom Verlagsgebäude in der Offenbacher Waldstraße bis zur Veste Otzberg und zurück. Der blaue Innoscooter 2500L sieht flott aus, ist von einem herkömmlichen Motorroller nicht zu unterscheiden und wiegt samt Lithium-PolymerAkku nur 87 Kilo. Der Akku alleine bringt 15 Kilo auf die Waage und steckt herausnehmbar unter dem Sitz, der zwei Personen Platz bietet. Kurze Einweisung von Guido Engel, dann Helm auf, los gehtâ??s.br /Mit dem Autoverkehr auf der vierspurigen Waldstraße kann ich locker mithalten, aber schon gehtâ??s links ab nach Tempelsee und weiter nach Bieber. Dort wartet die erste Bewährungsprobe: Die S-Bahnunterführung. Bergab gehtâ??s schnell. Aber bergauf? Dank dem Turbo-Knopf am rechten Griff ist auch die Steigung kein Problem. Sie wird rasant genommen.br /Wie angenehm das Elektro-Roller-Fahren ist, wird mir auf der Straße nach Obertshausen bewusst. Ohne Lärm zu verursachen rausche ich mit 40 Stundenkilometern am Waldrand entlang. Ein entspanntes gleiten.br /Gestört wird die Idylle lediglich durch ein mich überholendes Moped. Es knattert und stinkt.br /Durch Obertshausen und Heusenstamm-Rembrücken durch, Richtung Rodgau/-Nieder-Roden. Zugegeben: 45 Stundenkilometer fühlen sich auf einer langen Geradeausstrecken nicht schnell an - aber zum Glück scheint die Sonne.br /Von Nieder-Roden führt der Weg weiter nach Babenhausen. Dort kurze Rast vor der evangelischen Stadtkirche und schon gehtâ??s weiter über Langstadt nach Groß-Umstadt und dann ohne Umweg nach Otzberg auf die Veste. Die Überraschung: Trotz der vielen Steigungen und knapp zwei Stunden Fahrzeit ist der Akku immer noch zu einem Drittel voll.br /Kurz den Ausblick genossen, und schon wird der Rückweg angetreten: Lengfeld, Habitzheim, Groß-Zimmern nach Dieburg. 70 gefahrene Kilometer liegen hinter uns. Um den Weg nach Dreieich-Götzenhain zu Gudio Engel in die Garage sicher zu schaffen, kommt der Akku für eine Stunde an eine ganz normale Steckdose. Messel, Dreieich-Offenthal und zum Abschluss noch eine fiese Steigung hoch auf den Wingertsberg in Dietzenbach. Danach gehtâ??s zu Guido Engel nach Götzenhain.br /Geschafft! Ziemlich genau 100 Kilometer hat mich der Innoscooter durch die Region getragen. Nahezu lautlos und mit Stromkosten von etwa 70 Cent.br /Mein Fazit: Den Elektro-Flitzern auf zwei Rädern gehört im innerstädtischen Verkehr die Zukunft. Leise, schnell und sauber. Selbst Überlandstrecken sind - wie der EXTRA TIPP-Test zeigt - für geduldige Genießer locker zu bewältigen.br /Mehr Informationen zu Elektro-Rollern und -Fahrrädern, Elektromobilität im Allgemeinen und Probefahrten telefonisch unter Tel.: (06103) 3869449 oder im Internet unter www.lautlos-durch-rhein-main.de

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