167 Obdachlosen im Franziskustreff Frühstück serviert

So einfach geht Ehrenamt: EXTRA TIPP packt an

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Redakteurin Angelika Pöppel und Redakteur Christian Reinartz im Franziskustreff.

Region Rhein-Main – Nicht nur drüber schreiben, sondern selbst mit anpacken – die EXTRA TIPP-Redakteure Angelika Pöppel und Christian Reinartz haben Obdachlosen Frühstück serviert. Fazit: Sich zu engagieren ist ganz leicht. Man muss sich nur aufraffen. Von Angelika Pöppel  und Christian Reinartz 

6.30 Uhr vor dem Liebfrauenkloster. Es ist kalt und nass. Draußen warten schon zwei. Wir gehen rein. Kurze Begrüßung durch Treff-Chefin Regina Merckle und ihren Mann Gregor. Dann geht’s los mit den Vorbereitungen. Teller mit Wurst und Käse füllen, Tische decken, Marmeladen verteilen, Brot portionieren und Butter auspacken.

Danach selbst einen Kaffee trinken und einen Happen essen. Bruder Paulus vom Kapuzinerkloster, zu dem der Treff gehört, frühstückt zusammen mit den Ehrenamtlichen. Punkt 7.45 Uhr startet dann der Frühstücksmarathon. Jetzt heißt es Ruhe bewahren und die drängenden Menschen zurückhalten. „Jeder bekommt bei uns erstmal die Hand“, sagt Gregor Merckle. Eine Aufgabe, die auch Überwindung kostet. Macht aber nichts: Das gehört eben dazu, wenn man sich für Menschen engagiert, die es nicht so gut haben, wie man selbst. Als der erste Schwung platziert ist, wird erst im Akkord kassiert (50 symbolische Cent), und dann serviert.

Bilder von der Helfer-Aktion

EXTRA TIPP-Redakteure bewirten Obdachlose

Je nach Vorliebe gibt’s einen Wurst- oder Käseteller. Die meisten wollen gemischt. Brot und Aufstrich gibt es soviel wie die Menschen innerhalb von 45 Minuten essen können. Kaffee sowieso. Die riesige Hochleistungsmaschine dampft und zischt in einer Tour. 40 Liter Kaffee werden bis zum Mittag durch die riesigen Filter gelaufen sein.

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Die über 20 Plätze sind in den rund fünf Stunden fast immer besetzt. Die Helfer rotieren. In den hektischen Momenten unterscheidet sich der Franziskustreff nicht von einem gewöhnlichen Cafe. Alle geben sich Mühe, wollen den Obdachlosen eine nette Zeit schenken. Dafür geben sie Gas. Zuckerstreuer, Milch und Butter werden im Akkord wieder aufgefüllt. Die Spülmaschine arbeitet. Die Helfer sind ein eingespieltes Team. Und die Obdachlosen sind dankbar. Und umgänglich. Süßes ist heute besonders begehrt: Kuchen und Stückchen sind vom Vortag übrig geblieben. Die Hilfsbedürftigen greifen gerne zu und zeigen wieder Eines: Nicht nur beim Frühstücken sind wir alle gleich.

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