Kolpingfamilie dankbar

EXTRA TIPP hilft in Eritrea: Es fehlen noch 3598 Euro

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Kinder, die nach kilometerlangen Fußmärschen das Krankenhaus Feledareb (im Hintergrund) erreicht haben.

Heusenstamm – Eine Hungersnot droht, Medikamente fehlen, und die Ausstattung der Hospitäler in Eritrea ist dürftig. Als sich die Kolpingfamilie an den EXTRA TIPP wendete, war die Lage hoffnungslos. Jetzt sieht’s anders aus.  Von Axel Grysczyk.

Heinz Schiedhering hat sein Lachen wiedergefunden. „Ich bin sehr erleichtert. Aber es gibt noch viel zu tun“, sagt der 80-Jährige. Der Stimmungsaufheller sind die Medikamente die „Actio Medeor“ am 12. Dezember an die Heusenstammer Kolpingfamilie liefern wird. Für 15.000 Euro konnte der Chef-Koordinator der Heusenstammer Kolping-Familie Medikamente kaufen. Genauso viel, wie die beiden Krankenhäuser in Eritrea, die die Kolpingfamilie seit 19 Jahren unterstützt, sich gewünscht hatte. Schiedhering: „Das Geld ist erst nach den Zeitungsaufrufen zusammen gekommen.“ Der EXTRA TIPP hatte mehrfach dazu aufgerufen, die beiden Krankenhäuser in Enghela und Feledareb zu unterstützen. Fast jedes Jahr hatten Schiedhering und die Kolpingfamilie für Spenden getrommelt. „So hoch wie in diesem Jahr war die Spendenbereitschaft aber noch nie. Allen Spendern ein herzliches Dankeschön“, sagt Schiedhering.

So hoch war die Spendenbereitschaft noch nie

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Besonders bewegt hat ihn das Spendenengagement der Klasse 6c des Heusenstammer Adolf-Reichwein-Gymnasiums. „Ich hielt dort im Rahmen eines Projekts vor der Klasse einen Vortrag. Daraufhin haben die Schüler Spenden gesammelt und bekamen 303 Euro zusammen. Wir haben dafür Milchpulver gekauft“, erzählt er. Doch auch andere haben Großes geleistet: Die katholische Pfarrei in Offenbach-Bieber hatte an einem Samstagmorgen zu einem Sachspendentermin eingeladen. Drei voll beladene Autos erreichten daraufhin die Kolpingfamilie. EXTRA TIPP-Leserin Ursula Lustig hat zwei Blechbüchsen in der Senioren-Uni in Frankfurt aufgestellt und den EXTRA TIPP-Artikel drangeklebt: Immer wieder steckten die älteren Semester Kleingeld in die Büchsen. Die schwerere erreichte ein Gewicht von 1,2 Kilogramm. Insgesamt 350 Euro konnte Lustig auf diesem Weg an die Kolpingfamilie überweisen.

500 Euro überwiesen nach Zeitungsaufruf

Auch erreichten die Kolpinger immer wieder Privatspenden. Ein Mühlheimer überwies nach den Zeitungsaufrufen 500 Euro. Jetzt haben Schiedhering und sein Team die Hilfsgüter und die Medikamente zusammen. Doch nun hat der unermüdliche Helfer das nächste Problem: Den Transport. Ein 20-Fuß-Container der Firma Interfreigt aus Mörfelden-Walldorf kostet mit dem Schiffstransport nach Massawa (Eritrea) 3598 Euro. Die Transportkosten vom Hafen zum Krankenhaus übernehmen die Kapuziner-Schwestern, die die beiden Hospitäler betreiben. Schiedhering ist zuversichtlich, dass er das Geld noch zusammen bekommt. Im Dezember hält er einen Vortrag über seine ehrenamtliche Arbeit auf einer Versammlung bei der Maingau. Dafür will sich der Energieversorger mit einer 1000-Euro-Spende revanchieren. Trotzdem: Noch fehlen zirka 2500 Euro. Wer Heinz Schiedhering unterstützen möchte, spendet unter dem Stichwort „Hilfe für Eritrea“ auf das Konto der Kolpingfamilie Heusenstamm mit der Nummer 04030284 bei der Sparkasse Langen-Seligenstadt (BLZ 506 521 24). Im März will der 80-Jährige zum 14. Mal nach Ostafrika reisen und sich über den effektiven Einsatz der Hilfsgüter überzeugen. Natürlich nur, wenn genug Geld für einen Container da ist, damit die Hilfsgüter überhaupt erst transportiert werden können.

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