Wüst beschimpft, übel bedroht

Taunus – Die Konzerne bestimmen die Spritpreise, doch den Ärger der Kunden darüber bekommen oft genug Tankstellen-Mitarbeiter ab. Das berichten die Tankstellen-Mitarbeiter im Taunus.

 „Viele Leute sagen gar nichts, knallen einfach das Geld auf die Theke und gehen wieder, ohne etwas zu sagen“, berichtet Jürgen Weidinger von der Tankstelle Q1 in Friedrichsdorf. Den schlimmsten Spruch habe sich seine Frau einmal anhören müssen, sagt Weidinger. „Ein Kunde hat ihr die Hand vors Gesicht gehalten, wie eine Pistole geformt, und gesagt, wenn sie die Preise nicht senkt, dann erschießt er sie.“

Wir müssen uns beinahe täglich etwas anhören, manche Kunden werden richtig böse“, sagt Hans Unnold, Stationsleiter der Tankstelle OMV in Bad Homburg. Den Vorwurf, die Tankstellen würden „modernes Raubrittertum“ betreiben hört Unnold nach jeder Preiserhöhung. Bernard Braun von Total in Sulzbach fällt auf, dass die Kunden resigniert haben. „In den 70ern haben die Leute mehr geschimpft, da war bei zwei Pfennig Preiserhöhung Revolte angesagt.“ Günter Emmerich, Tankstelle BFT in Oberursel, wurde schon „wüst beschimpft ,alle möglichen Schimpfwörter werden dann gesagt“. Als „Lügner und Verbrecher“ würden er und seine Kollegen hingestellt. Manche seien sogar schon handgreiflich geworden, sagt Emmerich. jule

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