Ausgesetzt, angebunden, abgehauen: Das Schicksal vieler Vierbeiner

Roswitha Feifel vom Tierheim Offenbach, macht jedes Jahr die gleiche Erfahrung. Nach den Feiertagen, wenn die Besitzer merken, dass ein Hund Gassi geführt, ein Katzenklo geleert und ein Hamsterkäfig gesäubert werden muss, steigt die Zahl der abgegebenen Tiere sprunghaft an.

"Vorwiegend Kleintiere wie Hasen oder Meerschweinchen", sagt Feifel. Die seinen zudem schwer zu vermitteln, weil es sie vergleichsweise günstig im Zoo-Geschäft zu kaufen gibt. "Bei Hunden und Katzen geht es schneller".

Um nicht selbst mit Schuld an der Misere zu sein, stellt das Offenbacher Tierheim seine Vermittlungen 14 Tage vor Weihnachten ein. Feifel: "Die Leute können sich auch weiterhin Tiere anschauen und mit ihnen Gassi gehen. Aber erst nach Weihnachten findet die Vermittlung statt.

Klaus Coberger, Leiter des Tierheims in Dreieich, hat anderes festgestellt. "Das zentralisiert sich alles nicht mehr nur auf Weihnachten oder die Ferien". Inzwischen werden Tiere das ganze Jahr über ausgesetzt oder abgegeben. "Dabei können wir noch froh sein, wenn die Leute noch selbst mitkommen." Vier bis sechs Fundtiere gibt es pro Monat zu beklagen. "Bei der Hälfte muss man damit rechnen, dass die rausgeworfen wurden", meint Coberger. So wie "Büffel". Die Polizei brachte den knapp ein Jahr alten Bernersennen-Mischling am 29. Dezember ins Dreieicher Tierheim. Seitdem wartet er drauf, wieder abgeholt zu werden. "Er war abgehauen oder wurde ausgesetzt", sagt Coberger. Einfangen lassen wollte er sich jedoch nicht. Mit drei Streifenwagen war die Polizei ihm auf den Fersen. Bei zweien hat er den Lack angekratzt, beim dritten einen Heckscheibenwischer abgerissen.

"Meistens kommen diese armen Tiere im Februar oder März zu uns", sagt Isabell Althoff, Leiterin der Tierheims in Hanau. Vor allem Hundewelpen oder Katzen. Vermehrt auch Kaninchen. Sie sieht ein Problem darin, dass viele Tierbesitzer ihre Vierbeiner nicht kastrieren lassen. Eine schlagartige Vermehrung ist die Folge, gepaart mit Ratlosigkeit. Oft bliebe dann nur der Gang zum Tierheim, meint Althoff. So kommt dann ganz schnell die Zahl von 50 Kaninchen zusammen, die das Tierheim Hanau im Schnitt beherbergen muss.

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