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Diktat: Wer hat Fehler im Vorstellungsgespräch?

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Region Rhein-Main - Über 300 Lehrer, Schüler und Eltern nahmen beim Frankfurter Diktat-Wettbewerb teil. Hier ist die Auflösung.

Das Vorstellungsgespräch

Als er die Augen aufschlug, fiel ihm siedend heiß1 ein: Er hatte sich kurzerhand genau ein Dutzend Mal als Informatikingenieur beworben und war zum Assessment eingeladen. Seine Mutter stand kopf. Sie war es leid, seinem laxen In-den-Tag-hinein-Leben zuzusehen, und hatte ihm darüber hinaus eingebläut: „Piercings und Tattoos sind ein absolutes No-Go!“

Wer sich das Diktat anhören und mitschreiben will, klickt hier.

Er hatte x-mal hin und her überlegt, welcher Beruf der richtige sein könnte. Während sich die halbgebildeten Loser seiner Klasse über trashiges Reality-TV die Köpfe heißredeten, wobei es ihm angst und bange wurde, war ihm dies alles eins. Er hatte über höhere Mathematik nachgedacht, über brillante Algorithmen, Arithmogriphen, das Gauß-Newton-Verfahren und Billiarden von y-Achsen.

Daran war das Inserat schuld, das er unter einem äußerst aufsehenerregenden Artikel über Bypass- OPs gelesen hatte. Seiner Karriere als IT-Spezialist würde über kurz oder lang nichts entgegenstehen.

Sein Rechner begleitete ihn zeit seines Lebens durch dick und dünn. Zudem hatte er im Allgemeinen in Informatik nie das Gefühl hinterherzuhinken. Laut seinem Lehrer war er stets der klügste seiner Schüler, der nie falschlag oder dazwischenrief. Ihm wäre es demgegenüber nicht recht, wenn er das bisschen, das er in Englisch draufhatte, auch noch rhetorisch ausgefeilt zum Besten geben müsste. Aber da gab es kein Entweder-oder mehr, dem Frage-und- Antwort-Spiel musste er sich nolens volens stellen. Er verwarf den Gedanken, krankzufeiern. Jetzt ging es um alles oder nichts.

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