Es fehlt eine "Trennlinie"

Zentralrat der Muslime nimmt Merkel in Schutz

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Aiman Mazyek sieht eine "tiefe Verankerung von rassistischen Ressentiments in unserer Gesellschaft". 

Berlin - Der Vorsitzende des Zentralrats der Muslime in Deutschland, Aiman Mazyek, führt das Erstarken der AfD nicht in erster Linie auf den Flüchtlingskurs von Kanzlerin Angela Merkel (CDU) zurück.

"Wer allein die Flüchtlingspolitik der Bundeskanzlerin für den AfD-Wahlerfolg verantwortlich macht, verkennt die tiefe Verankerung von rassistischen Ressentiments in unserer Gesellschaft", sagte Mazyek der "Welt".

Spätestens seit den Anschlägen vom 11. September 2001 fehle eine "Trennlinie" zwischen Extremismus und Islam, kritisierte der Verbandschef. "Die AfD hat es am geschicktesten geschafft, diese Stimmung für sich in Wählerstimmen umzumünzen." Dass die AfD nach der Wahl in Mecklenburg-Vorpommern in neun Landtagen sitzt, mache ihm Angst. "Früher gab es noch Hemmschwellen und Sanktionen, die nun im Sog der Flüchtlingsdebatte wegfallen." So werde Rassismus immer mehr gesellschaftsfähig.

dpa

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