Hoffnungsschimmer bleibt

Zyperngespräche im Streit beendet

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Mustafa Akinci (2.v.l.) und Nikos Anastasiades (r) verhandeln im Schweizer Mont Pèlerin. Foto: Jean-Christophe Bott

Die Überwindung der Teilung Zyperns ist wieder in die Ferne gerückt: Gespräche zwischen den Volksgruppen endeten im Streit. Niemand weiss, wie es nun weitergeht. Aber ein Hoffnungsschimmer bleibt.

Mont Pèlerin/Nikosia (dpa) - Wieder ist ein Anlauf zur Überwindung der mehr als 42-jährigen Teilung Zyperns gescheitert. Die Gespräche zwischen den Führern der griechischen und türkischen Zyprer, Nikos Anastasiades und Mustafa Akinci, gingen am Morgen ohne Ergebnis zu Ende.

Und noch schlimmer: Die beiden Verhandlungspartner, die während der monatelangen Vorgespräche immer wieder Optimismus verbreitet hatten, gingen im Streit auseinander. "Es ist kein guter Tag für unsere Heimat", sagte der zyprische Regierungssprecher Nikos Christodoulides. Schon 2004 gab es einen Plan zur Beendigung des Konflikts, der jedoch von einer Mehrheit der griechischen Zyprer abgelehnt wurde.

Die Verhandlungen unter UN-Schirmherrschaft fanden in Mont Pèlerin am Genfer See statt. Die beiden Volksgruppenführer würden nun nach Zypern zurückreisen und dort prüfen, wie es weitergehen kann, hieß es in einer Erklärung von Espen Barth Eide, Sondergesandter des UN-Generalsekretärs Bank Ki Moon.  

Einen Hoffnungsschimmer gibt es aber noch: Der griechische Regierungschef, Alexis Tsipras, und der türkische Präsident, Recep Tayyip Erdogan, setzten sich telefonisch in Verbindung. Die beiden Spitzenpolitiker der sogenannten "Mutterstaaten" der zyprischen Konfliktparteien wollen sich nach noch nicht offiziell bestätigten Informationen in den nächsten Tagen treffen, um über die Zypernfrage zu sprechen.

Im Mittelpunkt der Gespräche in der Schweiz stand die heikle Frage der Grenzen zwischen den beiden Bundesstaaten, die eine künftige Bundesrepublik Zypern bilden sollen. Anastasiades und Akinci wollten eigentlich festlegen, welche der seit 1974 von türkischen Truppen besetzten Gebiete (rund 34 Prozent plus etwa drei Prozent Pufferzone) im Falle einer umfassenden Lösung an die griechischen Zyprer zurückgegeben werden sollen.

Die griechischen Zyprer forderten bis zuletzt, dass die künftigen innerzyprischen Grenzen auf Karten genau festgelegt werden. Vor allem wollten sie eine Garantie, dass ihnen die Kleinstadt Morfou (türkisch: Güzelyurt) zurückgegeben wird, damit rund 20 000 griechische Zyprer in ihre früheren Siedlungsgebiete vor der Teilung der Insel im Jahr 1974 zurückkehren können.

Diese "hartnäckige Haltung" sei der Grund für das Scheitern der Gespräche, hieß es aus türkisch-zyprischen Delegationskreisen. Anastasiades habe "maximalistische Forderungen" gestellt. Wie es weitergehen solle, wisse nun niemand, hieß aus Kreisen beider Seiten der geteilten Insel.

Zypern ist seit einem griechischen Putsch und einer türkischen Militärintervention 1974 geteilt. Die Inselrepublik ist seit 2004 EU-Mitglied. Das EU-Recht gilt aber nur im griechisch-zyprischen Süden. Der türkisch-zyprische Norden wird nur von Ankara anerkannt.

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