Deutschlandgeschäft zieht an

Hohe Abschreibungen belasten Vodafone

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Konzernzentrale von Vodafone Deutschland: Das Brexit-Votum kostet den britischen Telekomkonzern viel Geld. Foto: Rolf Vennenbernd

Eine milliardenschwere Abschreibung lässt den Vodafone-Konzern erneut tief in die roten Zahlen schlittern. Auch der Brexit drückt auf die Ergebnisse. Dagegen kommt die deutsche Tochter besser in Fahrt.

Düsseldorf/London (dpa) - Das starke Wachstum im Kabelgeschäft bringt die deutsche Tochter des britischen Telekom-Konzerns Vodafone zusehends in Schwung.

Die Umsätze mit Dienstleistungen rund um Mobilfunk und Festnetz stiegen in der ersten Hälfte des Geschäftsjahres 2016/17 um 2,3 Prozent auf 5 Milliarden Euro, teilte das Unternehmen in Düsseldorf mit. Dagegen machten dem britischen Unternehmen der Brexit und hohe Abschreibungen in Indien einen fetten Strich durch die Rechnung.

Da Vodafone den Wert der großen indischen Tochter wegen wachsender Billigkonkurrenz im Land um 5 Milliarden Euro berichtigte, fiel der den Aktionären zuzurechnende Verlust im ersten Halbjahr mit 5,1 Milliarden Euro noch höher aus als vor einem Jahr mit 2,5 Milliarden. Das schwache britische Pfund machte zudem Zuwächse beim Umsatz auf dem britischen Heimatmarkt zunichte. So verringerten sich die Erlöse um 3,9 Prozent auf 27,1 Milliarden Euro und das Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen um knapp 2 Prozent auf 7,9 Milliarden Euro.

In Deutschland, dem wichtigsten Auslandsmarkt von Vodafone, bügelte das Unternehmen mit insgesamt 14 000 Beschäftigte vergangene Schwächen wieder aus, vor allem im DSL-Geschäft. Treiber für das Wachstum der deutschen Tochter bleibt das Kabelgeschäft, über das Kunden Internet, Fernsehen und Telefonie bekommen können. Der Bereich steigerte von April bis September seine Umsätze um mehr als 9 Prozent auf knapp 1,1 Milliarden Euro. Die Zahl der Mobilfunkkunden bliebt mit 30,5 Millionen stabil, während der Gewinn vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen um 3 Prozent auf knapp 1,8 Milliarden Euro zulegte.

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