Abschiedstour in Europa

Obama will Vermächtnisrede in Athen halten

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Barack Obama während einer Pressekonferenz mit Regierungschef Tsipras. Der US-Präsident absolviert zur Zeit die letzte Europareise seiner Amtszeit.

Athen - Vor seiner Weiterreise nach Berlin will der scheidende US-Präsident Obama eine mit Spannung erwartete Rede in der griechischen Hauptstadt halten. Über den Inhalt wird gerätselt.

Die Griechen gehen aber davon aus, dass Obama vor den Gefahren der politischen Hetze und des Populismus warnen werde, die sich zurzeit in zahlreichen Ländern breit machen - und dass Demokratie die beste Waffe gegen Demagogen sei. Anschließend wird Obama zu einem Treffen mit Kanzlerin Angela Merkel (CDU) und den Mächtigen der EU nach Deutschland fliegen.

Obama will, dass Griechen Schulden abbauen

Am Dienstag hatte er sich für eine Reduzierung der griechischen Schuldenlast ausgesprochen. Es sei ein guter Zeitpunkt für einen derartigen Schritt, da die griechische Wirtschaft wieder langsam wachse, sagte Obama. Von einer Schuldenerleichterung für Griechenland könnten letztlich alle Beteiligten profitieren, ergänzte er im Gespräch mit dem griechischen Staatspräsidenten Prokopis Pavlopoulos. Gleichzeitig aber forderte Obama die Griechen dazu auf, weitere Reformen in die Tat umzusetzen.  

Er bekräftigte auch die Verbundenheit mit Europa und die Bedeutung der Nato. "Sie (die Nato) ist der Grundpfeiler unserer gemeinsamen Sicherheit und sorgt für Kontinuität, selbst wenn wir in den USA den Übergang zu einer republikanischen Regierung erleben", sagte Obama. Und: "Wir glauben, dass ein starkes, vereintes und wohlhabendes Europa nicht nur gut für die Europäer, sondern auch für die Welt und die USA ist."

Menschen wollten mit Trump etwas "bewegen"

Auf die Frage, ob er womöglich selbst mit daran schuld sei, dass die Amerikaner Donald Trump gewählt hätten, antwortete Obama gelassen. "Ich fühle mich nicht verantwortlich dafür, was Donald Trump sagt oder tut", ergänzte er. Womöglich hätten die Menschen jedoch etwas "bewegen" wollen, immerhin sei er selbst lange im Amt gewesen. Nun sei es sein Interesse, einen fließenden Übergang zu ermöglichen.

In Athen herrscht seit der Ankunft Obamas wegen der hohen Sicherheitsvorkehrungen Ausnahmezustand. Zufahrtsstraßen vom Flughafen in Richtung Innenstadt waren gesperrt, auch im Stadtzentrum wurde der Verkehr für den Präsidententross umgeleitet. Demonstrationen an zentralen Orten wie dem Syntagma-Platz vor dem griechischen Parlament wurden verboten.

Proteste in Athen

Verschiedene Gewerkschaften riefen dennoch zu Protesten in unmittelbarer Nähe auf. Etwa 5000 Menschen demonstrierten am Dienstagabend gegen die "imperialistische Politik der USA". Rund 200 Autonome randalierten und schleuderten Brandflaschen auf die Polizei. Die Beamten setzten massiv Tränengas und Schlagstöcke ein. Schließlich zogen die Randalierer in den als Hochburg der Anarchie geltenden Stadtteil Exarchia weiter und lieferten sich stundenlange Scharmützel mit der Polizei, wie mehrere Fernsehsender zeigten.

Warum ist Griechenland so wichtig für die USA? Geopolitisch bleibt Athen für die USA wichtig. Denn Griechenland spielt im östlichen Mittelmeer eine wichtige Rolle als Nato-Vorposten, als Brücke Israels zu Europa und als Militärbasis. Die strategische Bedeutung Griechenlands ist gewachsen, seit die Türkei unter Erdogan unberechenbarer geworden. Washington möchte keine Destabilisierung der Südostflanke der Nato.

dpa

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