22 Prozent weniger Gewinn

Schwaches Pfund hält Easyjet auch 2017 im Griff

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Der Beschluss der Briten, die EU zu verlassen, kostet die Fluggesellschaft Easyjet viele Millionen Pfund. Foto: Hannibal Hanschke/Archiv

Der Billigflieger Easyjet schafft zwar einen Passagierrekord - der Gewinn bricht aber ein. Das hängt auch damit zusammen, dass die Briten ihren Treibstoff in US-Dollar zahlen. Wie passt das zusammen?

Luton (dpa) - Die Entscheidung der Briten zum EU-Austritt hält den Billigflieger Easyjet fest im Griff. Der Absturz der britischen Währung ließ den Gewinn der Fluglinie im Ende September abgelaufenen Geschäftsjahr um 22 Prozent auf 427 Millionen Pfund (496 Mio Euro) nach unten sacken.

Auch im neuen Geschäftsjahr werde das schwache Pfund den Gewinn deutlich belasten, warnte Unternehmenschefin Carolyn McCall. Sie versucht, die Fluglinie für die Zeit nach dem Brexit zu rüsten. "Starke Fluggesellschaften werden in solchen Zeiten stärker, schwache werden schwächer", sagte sie.

Der Wertverlust des Pfunds und die Terroranschläge in Europa hinterließen in der Easyjet-Bilanz Spuren. Während die Zahl der Fluggäste um 6,6 Prozent auf den Rekord von 73 Millionen stieg, ging der Umsatz um 0,4 Prozent auf 4,67 Milliarden Pfund zurück.

Dabei wirkte sich der branchenweite Verfall der Ticketpreise aus. Angesichts billigen Treibstoffs und der Verunsicherung nach den Anschlägen in Paris, Brüssel, Nizza und Istanbul hatten viele Airlines Reisende mit günstigeren Tickets in ihre Flieger gelockt.

Bei Easyjet trieb das schwache Pfund die Kosten zudem um 112 Millionen Pfund nach oben. Wie andere Airlines muss der Billigflieger seinen Treibstoff und die Flugzeuge in US-Dollar bezahlen. Viele andere Ausgaben fallen in Euro an. Wenn das Pfund an Wert verliert, muss das britische Unternehmen also mehr Geld in die Hand nehmen, um die Rechnungen in ausländischen Währungen zu bezahlen. Für 2017 erwartet die Easyjet-Führung, dass die Währungskurse das Ergebnis mit zusätzlichen 90 Millionen Pfund belasten. Das Management will nun Abläufe straffen und kündigte deutliche Einsparungen an. Einen Zeitplan dafür gebe es noch nicht, sagte Finanzchef Andrew Findlay.

McCall will sich nicht darauf verlassen, dass die britische Regierung bei den Brexit-Verhandlungen das Beste für die heimischen Fluggesellschaften herausholt. Um beim geplanten EU-Austritt auch nicht teilweise vom Luftverkehrs-Binnenmarkt ausgeschlossen zu werden, bemüht sich Easyjet um eine eigene Fluglizenz in einem anderen EU-Staat. Wo das Unternehmen seinen EU-Ableger stationieren will, konnte McCall aber nach eigenem Bekunden noch nicht sagen.

Der EU-Austritt Großbritanniens bereitet auch der irischen Easyjet-Rivalin Ryanair Sorgen. Europas größter Billigflieger erzielte zuletzt mehr als ein Viertel seiner Einnahmen in dem Land und baut sein Flugangebot jetzt verstärkt auf dem europäischen Festland aus. Ryanair hatte vor zwei Wochen überraschend angekündigt, ab Ende März zwei Flugzeuge in Frankfurt zu stationieren.

Vom Antritt Ryanairs an Deutschlands größtem Flughafen will sich McCall nicht beeinflussen lassen. "Im Moment haben wir vieles im Blick, aber wir planen nicht, Flugzeuge in Frankfurt zu stationieren", sagte sie. Mit dem Gedanken hat Easyjet allerdings offenbar schon gespielt: "Wir hatten über die Jahre hinweg viele Gespräche mit Frankfurt."

Easyjet-Mitteilung zu Geschäftszahlen

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